Der gute alte Max Weber hat einst einen feinen Werturteilsstreit losgetreten: Darf der Sozialwissenschaftler in irgendeiner Weise nicht objektiv sein? Nein, sagte Weber, darf er nicht, er muss ständig wertneutral bleiben, so objektiv wie das möglich ist. Doch da beisst sich die Soziologie ein wenig selber, denn wie objektiv kann ein Mensch sein, wenn er in genau diejenige Materie am stärksten eingebunden ist, über die er forscht?
Nun gibt es das in harmloser Form, wenn beispielsweise ein Sozialwissenschaftler zum Spaße die Eissortenpräferenzen seiner Bekannten auslotet – da mag er einfach subjektiv und selektiv den Schokoladeneisessern mehr Aufmerksamkeit widmen, viel Schaden entsteht da nicht. Aber was passiert, wenn man als Sozialwissenschaftler mit der US-Army auf Reisen geht, um das “Human Terrain” eines Landes zu erkunden und darzustellen, um einen “reibungsloseren” Krieg zu ermöglichen?
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Anthropologen bei der Arbeit? / © U.S. Army
- Stefan Spiess ©2008


1 Antwort zu „Mit dem US Militär unterwegs im “Human Terrain” – Soziologisches Wandern mit dem Gewehr im Anschlag“