Posted by Martin Booker

Martin Luther / Wikipedia creative commons
Dass die protestantische Ethik ein wichtiger Antriebsmotor des Kapitalismus war und ist, hat einst Max Weber in seiner berühmten Studie eindrucksvoll gezeigt. Dass dies z.B. auch für die moderne Wissenschaft gilt, hat Robert K Merton in seiner Dissertation über “Science, Technology and Society in Seventeenth Century England” dargelegt.
Was jedoch hat die protestantische Ethik mit der sexuellen Revolution zu tun? Der Historiker Tristram Hunt zeigt in einer vierteiligen BBC-Dokumentation die Auswirkungen des Protestantismus auf die moderne Welt. Der zweite Teil kümmert sich genau um obige Frage und verfolgt protestantische Ideen und deren Einfluss auf die Art und Weise, wie Sexualität gesehen wird, über die Jahrhunderte. Von der Absage an das Zölibat durch Martin Luther über die diversen Umdeutungen der Ehe, bis hin zu den sog. 68ern, zu kirchlich unterstützten Homo-Ehen und schwulen Bischöfen – immer waren es Protestanten, die die sexuelle Revolution (mit) vorantrieben und protestantische Ideen der Befreiung, welche die entsprechende ideologische Grundlage boten – so zumindest die These Hunts.
Wie ich finde ist dies ein weiteres gutes Beispiel dafür, wie Wissenschaft anschaulich gemacht werden kann. Der Film greift insofern über herkömmliche Dokumentationsformate hinaus, als er nicht nur darstellt wie sich die Dinge entwickelt haben, sondern auch – wie ernsthafte Geschichtwissenschaft dies tun sollte – dem warum nachgeht und die Kausalitäten zu erforschen sucht.
Tristram Hunt (Wikipedia-Artikel >>) ist übrigens Lektor an der Queen Mary University of London (Homepage >>) und hat schon desöfteren an der Erstellung historischer Dokumentationen mitgewirkt.
Zum Video auf googlevideos geht es mit diesem Link. Dank gebührt an dieser Stelle mal wieder der Free University in Internet für die Bereitstellung des Videos.


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