<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:georss="http://www.georss.org/georss" xmlns:geo="http://www.w3.org/2003/01/geo/wgs84_pos#" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/"
		>
<channel>
	<title>Comments on: Übersetzer gesucht. Sprachen: Deutsch, Akademisch</title>
	<atom:link href="http://homosociologicus.de/2009/03/18/ubersetzer-gesucht-sprachen-deutsch-akademisch/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://homosociologicus.de/2009/03/18/ubersetzer-gesucht-sprachen-deutsch-akademisch/</link>
	<description>Die Welt aus soziologischer Perspektive</description>
	<lastBuildDate>Wed, 28 Mar 2012 10:20:50 +0000</lastBuildDate>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.com/</generator>
	<item>
		<title>By: pathoblogus</title>
		<link>http://homosociologicus.de/2009/03/18/ubersetzer-gesucht-sprachen-deutsch-akademisch/#comment-645</link>
		<dc:creator><![CDATA[pathoblogus]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Apr 2009 07:23:08 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://homosociologicus.de/?p=1081#comment-645</guid>
		<description><![CDATA[z.B. dieses 

http://pathoblogus.wordpress.com/2009/03/23/was-heist-und-zu-welchem-ende-treibt-man-wissenschaft/]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>z.B. dieses </p>
<p><a href="http://pathoblogus.wordpress.com/2009/03/23/was-heist-und-zu-welchem-ende-treibt-man-wissenschaft/" rel="nofollow">http://pathoblogus.wordpress.com/2009/03/23/was-heist-und-zu-welchem-ende-treibt-man-wissenschaft/</a></p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>By: Katharina</title>
		<link>http://homosociologicus.de/2009/03/18/ubersetzer-gesucht-sprachen-deutsch-akademisch/#comment-643</link>
		<dc:creator><![CDATA[Katharina]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Apr 2009 18:24:30 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://homosociologicus.de/?p=1081#comment-643</guid>
		<description><![CDATA[Also um genau zu sein habe ich eben diese Fragen in anderen Worten bereits mehrfach und gezielt gestellt, siehe weiter oben Fragen 1-4. An diesen hat sich bisher allerdings nur Martin orientiert.
Die Idee war zunächst diese Fragen zu klären, bevor wir das Thema ausweiten.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Also um genau zu sein habe ich eben diese Fragen in anderen Worten bereits mehrfach und gezielt gestellt, siehe weiter oben Fragen 1-4. An diesen hat sich bisher allerdings nur Martin orientiert.<br />
Die Idee war zunächst diese Fragen zu klären, bevor wir das Thema ausweiten.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>By: pathoblogus</title>
		<link>http://homosociologicus.de/2009/03/18/ubersetzer-gesucht-sprachen-deutsch-akademisch/#comment-642</link>
		<dc:creator><![CDATA[pathoblogus]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Apr 2009 15:44:28 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://homosociologicus.de/?p=1081#comment-642</guid>
		<description><![CDATA[Ich habe genau das gemeint, was ich auch gesagt habe :)

Vielleicht aber ein kleiner Teil davon: Die Forderung nach einer &quot;verständlichen&quot; wissenschaftlichen Sprache enthält natürlich gleichzeitig eine Annahme über den Effekt, den diese Verständlichmachung nach sich ziehen soll. Eine ganz banale Frage wäre zum Beispiel, worin denn der Zweck einer Popularisierung liegen soll. Haben außerdem alle Menschen ein Anrecht auf dieses Wissen? Hat denn die Wissenschaft einen Auftrag? 

Das ist nur ein kleiner Teil der Frage, die ich oben gestellt habe. 

pathoblogus.wordpress.de]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe genau das gemeint, was ich auch gesagt habe <img src='http://s0.wp.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Vielleicht aber ein kleiner Teil davon: Die Forderung nach einer &#8220;verständlichen&#8221; wissenschaftlichen Sprache enthält natürlich gleichzeitig eine Annahme über den Effekt, den diese Verständlichmachung nach sich ziehen soll. Eine ganz banale Frage wäre zum Beispiel, worin denn der Zweck einer Popularisierung liegen soll. Haben außerdem alle Menschen ein Anrecht auf dieses Wissen? Hat denn die Wissenschaft einen Auftrag? </p>
<p>Das ist nur ein kleiner Teil der Frage, die ich oben gestellt habe. </p>
<p>pathoblogus.wordpress.de</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>By: Stefan Spiess</title>
		<link>http://homosociologicus.de/2009/03/18/ubersetzer-gesucht-sprachen-deutsch-akademisch/#comment-640</link>
		<dc:creator><![CDATA[Stefan Spiess]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Apr 2009 11:42:13 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://homosociologicus.de/?p=1081#comment-640</guid>
		<description><![CDATA[Um es kurz zu machen: Was meinst du damit? :)]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Um es kurz zu machen: Was meinst du damit? <img src='http://s0.wp.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>By: pathoblogus</title>
		<link>http://homosociologicus.de/2009/03/18/ubersetzer-gesucht-sprachen-deutsch-akademisch/#comment-637</link>
		<dc:creator><![CDATA[pathoblogus]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Apr 2009 09:06:52 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://homosociologicus.de/?p=1081#comment-637</guid>
		<description><![CDATA[Ich höre hier, schon seit Beginn der Diskussion, also auch schon während des etwas übergeschwappten ersten Teils, einen implizite Auffassung von &quot;Bildung&quot; heraus. Meiner Meinung nach lassen sich die Implikate: &quot;Forschung mit Ergebnissen&quot;, &quot;verständliche Sprache der Wissenschaft&quot;, ... auf eine solche Bildungshypothese zurückführen. Der Titel dieses Blogs stellt schon einen eindeutigen Bezug zu Dahrendorf her. Mich würde interessieren inwieweit mitunter problematische Positionierungen wie: &quot;Bildung als Bürgerrecht&quot; geteilt werden, das könnte versteckte Voraussetzungen sichtbar machen, die dann eben auch in die Sprachverständnisse eingreifen.  

pathoblogus.wordpress.de]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich höre hier, schon seit Beginn der Diskussion, also auch schon während des etwas übergeschwappten ersten Teils, einen implizite Auffassung von &#8220;Bildung&#8221; heraus. Meiner Meinung nach lassen sich die Implikate: &#8220;Forschung mit Ergebnissen&#8221;, &#8220;verständliche Sprache der Wissenschaft&#8221;, &#8230; auf eine solche Bildungshypothese zurückführen. Der Titel dieses Blogs stellt schon einen eindeutigen Bezug zu Dahrendorf her. Mich würde interessieren inwieweit mitunter problematische Positionierungen wie: &#8220;Bildung als Bürgerrecht&#8221; geteilt werden, das könnte versteckte Voraussetzungen sichtbar machen, die dann eben auch in die Sprachverständnisse eingreifen.  </p>
<p>pathoblogus.wordpress.de</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>By: Katharina</title>
		<link>http://homosociologicus.de/2009/03/18/ubersetzer-gesucht-sprachen-deutsch-akademisch/#comment-636</link>
		<dc:creator><![CDATA[Katharina]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Apr 2009 00:00:15 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://homosociologicus.de/?p=1081#comment-636</guid>
		<description><![CDATA[Ein kleiner Auszug aus Ralf Dahrendorfs Buch VERSUCHUNGEN DER UNFREIHEIT: DIE INTELLEKTUELLEN IN ZEITEN DER PRÜFUNG (2006), in dem er den öffentlichen Intellektuellen beschreibt:
„…Menschen, die mit dem und durch das Wort wirken. Sie reden, sie diskutieren, sie debattieren, vor allem aber schreiben sie… Sie wollen, dass andere, möglichst viele andere, hören oder besser noch lesen, was sie zu sagen haben. Ihr Beruf ist die kritische Begleitung des Geschehens.“

Reinschnuppern kann man hier: http://books.google.de/books?id=s920Z2OIX1kC&amp;printsec=frontcover]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ein kleiner Auszug aus Ralf Dahrendorfs Buch VERSUCHUNGEN DER UNFREIHEIT: DIE INTELLEKTUELLEN IN ZEITEN DER PRÜFUNG (2006), in dem er den öffentlichen Intellektuellen beschreibt:<br />
„…Menschen, die mit dem und durch das Wort wirken. Sie reden, sie diskutieren, sie debattieren, vor allem aber schreiben sie… Sie wollen, dass andere, möglichst viele andere, hören oder besser noch lesen, was sie zu sagen haben. Ihr Beruf ist die kritische Begleitung des Geschehens.“</p>
<p>Reinschnuppern kann man hier: <a href="http://books.google.de/books?id=s920Z2OIX1kC&#038;printsec=frontcover" rel="nofollow">http://books.google.de/books?id=s920Z2OIX1kC&#038;printsec=frontcover</a></p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>By: Stefan Spiess</title>
		<link>http://homosociologicus.de/2009/03/18/ubersetzer-gesucht-sprachen-deutsch-akademisch/#comment-628</link>
		<dc:creator><![CDATA[Stefan Spiess]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Apr 2009 00:03:48 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://homosociologicus.de/?p=1081#comment-628</guid>
		<description><![CDATA[Ich habe jetzt mal vorsichtshalber eine Weile nicht meinen Senf dazu gegeben. Die letzten Male war er mir glaube ich entweder zu scharf oder zu unscharf geraten.

Nach gründlichem Lesen des Diskussionsverlaufes möchte ich aber mal eine Grundidee zur klareren Trennung sich überschneidender Fragestellungen entwerfen:

Frage Nummer 1: Warum ist Stil wichtig? Wegen der Präzision. Wo ist er wichtig? Überall.

Dass man nicht für &quot;jedermann&quot; verständlich schreiben muss und kann, ist mehr oder weniger klar. Zumindest nicht in einem einzigen Dokument, soll dieses noch irgendwie mehr sein als bloße gesammelte Information ohne Struktur. Gerade Soziologen und anderen Sozialwissenschaftlern sollte spätestens seit dem Werturteilsstreit klar sein, dass man eine Einschränkung seines Forschungsgebietes nicht vermeiden kann und sollte - es muss nicht jede Arbeit eine Art geschriebenes Denken sein. Definition an den Anfang, wenn ichs genauer wissen will, nehm ich mir das Handwörterbuch der Soziologie und schlags nach.
Was allerdings keinen Sinn macht, ist auch da ein sprachliches Ekzem zu schreiben, wo das fachlich nicht notwendig ist. Habitus ist Habitus. Okay. Aber muss man schreiben &quot;der gar unglaublichstes mehrmals in rascher Folge in so vollendeter Form meine Augen erblicken ließ&quot;, wenn man auch schreiben kann &quot;Leistung von X: 100%&quot;. Nur darum sind doch Statistiken und knapper Stil sinnvoll. Sie vermeiden Redundanz und präzisieren die Aussage.

Frage Nummer 2: Ist &quot;Öffentlichkeitsarbeit&quot; von Wissenschaftlern überhaupt machbar? Und wenn ja, wie?

Schauen wir uns aber den wissenschaftlichen Alltag an: Wenn jemand sorgfältige wissenschaftliche Arbeit macht, hat er oftmals wahrscheinlich weder Zeit noch ein publizistisches Interesse, seine Erkenntnisse in populärwissenschaftlichen oder gar völlig hohlen Medien wie den vier Buchstaben wieder zu finden. Das sieht zunächst ein bisschen nach einem Dilemma aus.

Im Medienalltag finden wir häufig einen Typus, der es sich da allzu einfach macht: Ich nenne ihn einfach mal Beispielhaft Christian P. Der beschäftigt sich mit Gewalt und Medieninhalten, und scheut absolut keine Gelegenheit, sich vor eine Kamera zu drängen. Dieser Mann hat aber (unterstelle ich mal ganz dreist, ist ja eine fiktive Person) eine politische Agenda - er will etwas ganz bestimmtes erreichen. In seinem Falle: Ein Verbot von Killerspielen.

Frage Nummer 3: Wer oder was ist eigentlich &quot;die Öffentlichkeit&quot;? Und ich könnte mir vorstellen, dass Herrn Dahrendorfs Wahlheimat Großbritannien da einen wertvollen Hinweis gibt. Kann es sein, dass das &quot;informiert sein&quot;, &quot;gesellschaftliche Verantwortung übernehmen&quot; und &quot;aktiv an der Gestaltung der Gesellschaft teilnehmen&quot; einfach Ansprüche sind, die die angelsächsische politische und zivilbürgerliche Kultur einfach verlangt, und die deutsche tut das nicht? Wenn Sozialwissenschaftler ihre Ergebnisse gewissenhaft zusammengefasst auch der Öffentlichkeit zugänglich machen, kann da ja eigentlich nichts schlechtes dran sein.

Und die andere Fragestellung wäre dann, und könnte dann mit der ersteren korrelieren (Für Nicht-Sozialwissenschaftler: Hier steht, was Korrelation ist: http://de.wikipedia.org/wiki/Korrelation), wie die Wissenschaft in eine nationale Kultur eingebettet ist. In Deutschland habe ich oftmals den Eindruck, dass Leute &quot;nur für sich&quot; studieren. Oder kurz zusammengefasst: Kann es sein, dass die deutsche bürgerliche Kultur ebenso wie die deutsche wissenschaftliche Kultur eine relativ niedrige Bereitschaft nach sich zieht, sich als Teil der Gesellschaft zu sehen und dafür auch persönliche Verantwortung zu übernehmen?

Und justament da kommen Plattformen wie sozialwissenschaftliche Blogs oder Zeitschriften wie die &quot;WELT&quot; ins Spiel.

Ein Blog wie dieses kann sicherlich nicht alle Leute ansprechen. Allerdings arbeiten auch wir darauf hin, soziologische Studien und Erkenntnisse aus dem uns zugänglichen Sprachraum so umzuarbeiten, dass sie schonmal einem größeren Publikum in verständlicher Form vorliegen. Dazu stellen wir uns noch der Kritik eines informierten Publikums, in diesem Falle allen Lesern. Ein bisschen im rahrsten Sinne des Wortes &quot;Öffentlichkeitsarbeit&quot; ist also getan.

Die WELT hat einen breiteren Leserkreis, und dementsprechend weniger fachspezifisch bildet sie soziologische Erkenntnisse ab. Sie schafft es dabei aber dennoch häufig, darauf hinzuweisen. Und Damit geht sie schon einmal einen lange Zeit unpopulären Weg - sie veröffentlicht andere wissenschaftliche Erkenntnisse als die über neue Breitbildfernseher, Abnehmpillen oder Raumschiffe. Sie veröffentlicht Erkenntnisse darüber, wie solche Dinge wahrgenommen werden, was sie für eine Wirkung haben, und dass sie nicht unbedingt selbstverständlich sind.

Damit wäre ich wieder am Ausgangspunkt angelangt: Diese Medien ermöglichen einem größeren Kreis von interessierten Bürgern und Bürgerinnen, einen intellektuellen und politischen Nutzen zu ziehen. Der da wäre: Die eigene Gesellschaft für 5 Minuten am Tag auf Seite 3 in ihrer Lieblingszeitung mit einer Beobachtung zweiter Ordnung zu bedenken. Und das geschieht in Dahrendorfs Wahlheimat häufiger. In Deutschland kommt man nur mit belanglosen - wenn auch vielleicht berechtigten - Allgemeinplätzen in die Medien.

Ein öffentlicher Intellektueller, ein lebender homosociologicus, der kann in Großbritannien geadelt werden und findet in der Politik Gehör. In Deutschland macht man ihm den Lehrstuhl zu und er lässt es sich auch noch gefallen, weil er eher sterben oder die Bibel verschlingen würde, als auch nur einmal zu behaupten, er könne die Politik beraten, würde wirklich Aussagen über die Realität machen.

Und am Ende meiner kleinen Polemik:
A) Wann werden deutsche Sozialwissenschaftler endlich verantwortungsbewusste Bürger ihres Staates?
B) Wer oder was sind die &quot;Information Broker&quot; die zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit vermitteln? Sind es &quot;öffentliche Intellektuelle&quot; - eine Art Bindeglied zwischen der Welt der Wissenschaft und dem Rest der Gesellschaft? Da wäre mal eine Netzwerkanalytische Herangehensweise interessant. Und weil wir ja Soziologen sind: Können öffentliche Intellektuelle auch nichtmenschliche Akteure sein? Was für eine Funktion haben also die von Katharina schon angesprochenen Austauschmedien?
C) Was hat das damit zu tun, welchen Stil man schreibt? Und das meine ich genau so, nicht ironisch. Wie wirkt sich das, was wissenschaftlich als Stil &quot;en vogue&quot; ist, darauf aus, wie eine Wissenschaft in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird? Wenn Soziologen sich einer solchen Frage nicht stellen wollen, dann können wir zumachen.

Liebe Grüße und viel Spaß beim Durchlesen, wenn das noch jemand auf sich nimmt, ich habe beim dritten Mal durchlesen immer noch das Gefühl, dass da reichlich Steine von mir reingepackt wurden, die wieder zurückfliegen. Throw them carefully, someone might get hurt otherwise!

Stefan]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe jetzt mal vorsichtshalber eine Weile nicht meinen Senf dazu gegeben. Die letzten Male war er mir glaube ich entweder zu scharf oder zu unscharf geraten.</p>
<p>Nach gründlichem Lesen des Diskussionsverlaufes möchte ich aber mal eine Grundidee zur klareren Trennung sich überschneidender Fragestellungen entwerfen:</p>
<p>Frage Nummer 1: Warum ist Stil wichtig? Wegen der Präzision. Wo ist er wichtig? Überall.</p>
<p>Dass man nicht für &#8220;jedermann&#8221; verständlich schreiben muss und kann, ist mehr oder weniger klar. Zumindest nicht in einem einzigen Dokument, soll dieses noch irgendwie mehr sein als bloße gesammelte Information ohne Struktur. Gerade Soziologen und anderen Sozialwissenschaftlern sollte spätestens seit dem Werturteilsstreit klar sein, dass man eine Einschränkung seines Forschungsgebietes nicht vermeiden kann und sollte &#8211; es muss nicht jede Arbeit eine Art geschriebenes Denken sein. Definition an den Anfang, wenn ichs genauer wissen will, nehm ich mir das Handwörterbuch der Soziologie und schlags nach.<br />
Was allerdings keinen Sinn macht, ist auch da ein sprachliches Ekzem zu schreiben, wo das fachlich nicht notwendig ist. Habitus ist Habitus. Okay. Aber muss man schreiben &#8220;der gar unglaublichstes mehrmals in rascher Folge in so vollendeter Form meine Augen erblicken ließ&#8221;, wenn man auch schreiben kann &#8220;Leistung von X: 100%&#8221;. Nur darum sind doch Statistiken und knapper Stil sinnvoll. Sie vermeiden Redundanz und präzisieren die Aussage.</p>
<p>Frage Nummer 2: Ist &#8220;Öffentlichkeitsarbeit&#8221; von Wissenschaftlern überhaupt machbar? Und wenn ja, wie?</p>
<p>Schauen wir uns aber den wissenschaftlichen Alltag an: Wenn jemand sorgfältige wissenschaftliche Arbeit macht, hat er oftmals wahrscheinlich weder Zeit noch ein publizistisches Interesse, seine Erkenntnisse in populärwissenschaftlichen oder gar völlig hohlen Medien wie den vier Buchstaben wieder zu finden. Das sieht zunächst ein bisschen nach einem Dilemma aus.</p>
<p>Im Medienalltag finden wir häufig einen Typus, der es sich da allzu einfach macht: Ich nenne ihn einfach mal Beispielhaft Christian P. Der beschäftigt sich mit Gewalt und Medieninhalten, und scheut absolut keine Gelegenheit, sich vor eine Kamera zu drängen. Dieser Mann hat aber (unterstelle ich mal ganz dreist, ist ja eine fiktive Person) eine politische Agenda &#8211; er will etwas ganz bestimmtes erreichen. In seinem Falle: Ein Verbot von Killerspielen.</p>
<p>Frage Nummer 3: Wer oder was ist eigentlich &#8220;die Öffentlichkeit&#8221;? Und ich könnte mir vorstellen, dass Herrn Dahrendorfs Wahlheimat Großbritannien da einen wertvollen Hinweis gibt. Kann es sein, dass das &#8220;informiert sein&#8221;, &#8220;gesellschaftliche Verantwortung übernehmen&#8221; und &#8220;aktiv an der Gestaltung der Gesellschaft teilnehmen&#8221; einfach Ansprüche sind, die die angelsächsische politische und zivilbürgerliche Kultur einfach verlangt, und die deutsche tut das nicht? Wenn Sozialwissenschaftler ihre Ergebnisse gewissenhaft zusammengefasst auch der Öffentlichkeit zugänglich machen, kann da ja eigentlich nichts schlechtes dran sein.</p>
<p>Und die andere Fragestellung wäre dann, und könnte dann mit der ersteren korrelieren (Für Nicht-Sozialwissenschaftler: Hier steht, was Korrelation ist: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Korrelation" rel="nofollow">http://de.wikipedia.org/wiki/Korrelation</a>), wie die Wissenschaft in eine nationale Kultur eingebettet ist. In Deutschland habe ich oftmals den Eindruck, dass Leute &#8220;nur für sich&#8221; studieren. Oder kurz zusammengefasst: Kann es sein, dass die deutsche bürgerliche Kultur ebenso wie die deutsche wissenschaftliche Kultur eine relativ niedrige Bereitschaft nach sich zieht, sich als Teil der Gesellschaft zu sehen und dafür auch persönliche Verantwortung zu übernehmen?</p>
<p>Und justament da kommen Plattformen wie sozialwissenschaftliche Blogs oder Zeitschriften wie die &#8220;WELT&#8221; ins Spiel.</p>
<p>Ein Blog wie dieses kann sicherlich nicht alle Leute ansprechen. Allerdings arbeiten auch wir darauf hin, soziologische Studien und Erkenntnisse aus dem uns zugänglichen Sprachraum so umzuarbeiten, dass sie schonmal einem größeren Publikum in verständlicher Form vorliegen. Dazu stellen wir uns noch der Kritik eines informierten Publikums, in diesem Falle allen Lesern. Ein bisschen im rahrsten Sinne des Wortes &#8220;Öffentlichkeitsarbeit&#8221; ist also getan.</p>
<p>Die WELT hat einen breiteren Leserkreis, und dementsprechend weniger fachspezifisch bildet sie soziologische Erkenntnisse ab. Sie schafft es dabei aber dennoch häufig, darauf hinzuweisen. Und Damit geht sie schon einmal einen lange Zeit unpopulären Weg &#8211; sie veröffentlicht andere wissenschaftliche Erkenntnisse als die über neue Breitbildfernseher, Abnehmpillen oder Raumschiffe. Sie veröffentlicht Erkenntnisse darüber, wie solche Dinge wahrgenommen werden, was sie für eine Wirkung haben, und dass sie nicht unbedingt selbstverständlich sind.</p>
<p>Damit wäre ich wieder am Ausgangspunkt angelangt: Diese Medien ermöglichen einem größeren Kreis von interessierten Bürgern und Bürgerinnen, einen intellektuellen und politischen Nutzen zu ziehen. Der da wäre: Die eigene Gesellschaft für 5 Minuten am Tag auf Seite 3 in ihrer Lieblingszeitung mit einer Beobachtung zweiter Ordnung zu bedenken. Und das geschieht in Dahrendorfs Wahlheimat häufiger. In Deutschland kommt man nur mit belanglosen &#8211; wenn auch vielleicht berechtigten &#8211; Allgemeinplätzen in die Medien.</p>
<p>Ein öffentlicher Intellektueller, ein lebender homosociologicus, der kann in Großbritannien geadelt werden und findet in der Politik Gehör. In Deutschland macht man ihm den Lehrstuhl zu und er lässt es sich auch noch gefallen, weil er eher sterben oder die Bibel verschlingen würde, als auch nur einmal zu behaupten, er könne die Politik beraten, würde wirklich Aussagen über die Realität machen.</p>
<p>Und am Ende meiner kleinen Polemik:<br />
A) Wann werden deutsche Sozialwissenschaftler endlich verantwortungsbewusste Bürger ihres Staates?<br />
B) Wer oder was sind die &#8220;Information Broker&#8221; die zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit vermitteln? Sind es &#8220;öffentliche Intellektuelle&#8221; &#8211; eine Art Bindeglied zwischen der Welt der Wissenschaft und dem Rest der Gesellschaft? Da wäre mal eine Netzwerkanalytische Herangehensweise interessant. Und weil wir ja Soziologen sind: Können öffentliche Intellektuelle auch nichtmenschliche Akteure sein? Was für eine Funktion haben also die von Katharina schon angesprochenen Austauschmedien?<br />
C) Was hat das damit zu tun, welchen Stil man schreibt? Und das meine ich genau so, nicht ironisch. Wie wirkt sich das, was wissenschaftlich als Stil &#8220;en vogue&#8221; ist, darauf aus, wie eine Wissenschaft in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird? Wenn Soziologen sich einer solchen Frage nicht stellen wollen, dann können wir zumachen.</p>
<p>Liebe Grüße und viel Spaß beim Durchlesen, wenn das noch jemand auf sich nimmt, ich habe beim dritten Mal durchlesen immer noch das Gefühl, dass da reichlich Steine von mir reingepackt wurden, die wieder zurückfliegen. Throw them carefully, someone might get hurt otherwise!</p>
<p>Stefan</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>By: Katharina</title>
		<link>http://homosociologicus.de/2009/03/18/ubersetzer-gesucht-sprachen-deutsch-akademisch/#comment-627</link>
		<dc:creator><![CDATA[Katharina]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Mar 2009 20:37:21 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://homosociologicus.de/?p=1081#comment-627</guid>
		<description><![CDATA[@ pathoblogus
Auch für mich ist der Essay eine Kunstform. In vielen Essays ist gerade die Ästhetik das treibende Element, und mir persönlich gefallen diejenigen am besten, die voll von rhetorischen Mitteln sind und gerne auch mal ein wenig Ironie und Humor einbauen. Der Essay erhält dadurch ganz klar literarische Züge. Diese Essays entfalten sich meist erst dann vollkommen, wenn man sie auf mehreren Ebenen liest. Wenn ein solcher Essay allerdings wirklich ausgeklügelt geschrieben ist, bleibt er auch dann interessant, wenn man nicht jede dieser Ebenen versteht. Das ist gerade das Faszinierende an dieser Gattung!

Als wir in der vorangegangenen Diskussion von wissenschaftlicher Literatur gesprochen haben, hatte ich tatsächlich weniger an den Essay gedacht, weil hier die strenge wissenschaftliche Methode ja bewusst vernachlässigt wird, und er somit nicht die Kriterien eines wissenschaftlichen Textes erfüllt. Ich bin nach wie vor der Ansicht, dass eine Trennung zwischen Ästhetik und streng wissenschaftlichen Texten besteht und bestehen muss. Der Essay beweist jedoch, dass es auch attraktive Mischformen gibt.

Ich denke aber, dass Essays sich gerade wegen ihres oft unterhaltsamen Charakters hervorragend dazu eignen, Interesse an einem bestimmten Thema zu wecken und ihm die „Trockenheit“ zu nehmen.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ pathoblogus<br />
Auch für mich ist der Essay eine Kunstform. In vielen Essays ist gerade die Ästhetik das treibende Element, und mir persönlich gefallen diejenigen am besten, die voll von rhetorischen Mitteln sind und gerne auch mal ein wenig Ironie und Humor einbauen. Der Essay erhält dadurch ganz klar literarische Züge. Diese Essays entfalten sich meist erst dann vollkommen, wenn man sie auf mehreren Ebenen liest. Wenn ein solcher Essay allerdings wirklich ausgeklügelt geschrieben ist, bleibt er auch dann interessant, wenn man nicht jede dieser Ebenen versteht. Das ist gerade das Faszinierende an dieser Gattung!</p>
<p>Als wir in der vorangegangenen Diskussion von wissenschaftlicher Literatur gesprochen haben, hatte ich tatsächlich weniger an den Essay gedacht, weil hier die strenge wissenschaftliche Methode ja bewusst vernachlässigt wird, und er somit nicht die Kriterien eines wissenschaftlichen Textes erfüllt. Ich bin nach wie vor der Ansicht, dass eine Trennung zwischen Ästhetik und streng wissenschaftlichen Texten besteht und bestehen muss. Der Essay beweist jedoch, dass es auch attraktive Mischformen gibt.</p>
<p>Ich denke aber, dass Essays sich gerade wegen ihres oft unterhaltsamen Charakters hervorragend dazu eignen, Interesse an einem bestimmten Thema zu wecken und ihm die „Trockenheit“ zu nehmen.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>By: pathoblogus</title>
		<link>http://homosociologicus.de/2009/03/18/ubersetzer-gesucht-sprachen-deutsch-akademisch/#comment-626</link>
		<dc:creator><![CDATA[pathoblogus]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Mar 2009 18:00:16 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://homosociologicus.de/?p=1081#comment-626</guid>
		<description><![CDATA[Selbiges ist auch mir aufgefallen: durch die fehlende saubere Begriffstrennung zwischen Niveau und Qualität ist Martins Darstellung mehrdeutig. Hier würde es sich anbieten, entweder eine Explikation vorzunehmen, bevor die Worte noch benutzt werden, oder ganz einfach ein neues &quot;Begriffsinstrumentarium&quot; anzulegen. Was wiederum eine weniger intuitive Lesbarkeit nach sich zöge. 

ad &quot;Essay&quot;: als Form würde ich sagen, dass gerade hier ästhetische Mittel mit hineinspielen. Man denke etwa an Walter Benjamin oder Theodor Adorno. Natürlich wird ja heutzutage schon jeder wissenschaftliche Aufsatz als solches bezeichnet, das ergibt sich aber eher aus ökonomischen Gründen, zum Beispiel zur Darstellung von Forschungsergebnissen, die eine größere Publikation vorbereiten, worein der Aufsatz einen Einblick bieten soll. Etwa als ein &quot;Meilenstein&quot;. Natürlich wäre es ein Fehler die Kunstform Essay von Montaigne abzuleiten. Dennoch hat die Form meiner Meinung nach literarische Grundlagen. 
Gerade hier sehen wir aber, dass nicht jede Art von Anspruch dem kleinsten gemeinsamen Nenner angepasst werden kann. Z.B. die Aufsätze über das mimetische Sprachvermögen; über die Gewalt; ... von Benjamin verlören ohne ihr ästhetisches Element an Inhalt. Dass aber ebendiese Aufsätze sich einer populären Rezeption eher widersetzen wird ja wohl keiner bestreiten. Darauf wollte ich eigentlich auch schon zu beginn der Diskussion hinaus. Im 20., eigentlich schon im 19. Jahrhundert hat sich an einigen Beispielen gezeigt, dass Ästhetik sich nicht einfach von wissenschaftlichem Vorgehen trennen lässt, das lässt sich also nicht bloß auf den Stil der Darstellung reduzieren. 

pathoblogus.wordpress.de]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Selbiges ist auch mir aufgefallen: durch die fehlende saubere Begriffstrennung zwischen Niveau und Qualität ist Martins Darstellung mehrdeutig. Hier würde es sich anbieten, entweder eine Explikation vorzunehmen, bevor die Worte noch benutzt werden, oder ganz einfach ein neues &#8220;Begriffsinstrumentarium&#8221; anzulegen. Was wiederum eine weniger intuitive Lesbarkeit nach sich zöge. </p>
<p>ad &#8220;Essay&#8221;: als Form würde ich sagen, dass gerade hier ästhetische Mittel mit hineinspielen. Man denke etwa an Walter Benjamin oder Theodor Adorno. Natürlich wird ja heutzutage schon jeder wissenschaftliche Aufsatz als solches bezeichnet, das ergibt sich aber eher aus ökonomischen Gründen, zum Beispiel zur Darstellung von Forschungsergebnissen, die eine größere Publikation vorbereiten, worein der Aufsatz einen Einblick bieten soll. Etwa als ein &#8220;Meilenstein&#8221;. Natürlich wäre es ein Fehler die Kunstform Essay von Montaigne abzuleiten. Dennoch hat die Form meiner Meinung nach literarische Grundlagen.<br />
Gerade hier sehen wir aber, dass nicht jede Art von Anspruch dem kleinsten gemeinsamen Nenner angepasst werden kann. Z.B. die Aufsätze über das mimetische Sprachvermögen; über die Gewalt; &#8230; von Benjamin verlören ohne ihr ästhetisches Element an Inhalt. Dass aber ebendiese Aufsätze sich einer populären Rezeption eher widersetzen wird ja wohl keiner bestreiten. Darauf wollte ich eigentlich auch schon zu beginn der Diskussion hinaus. Im 20., eigentlich schon im 19. Jahrhundert hat sich an einigen Beispielen gezeigt, dass Ästhetik sich nicht einfach von wissenschaftlichem Vorgehen trennen lässt, das lässt sich also nicht bloß auf den Stil der Darstellung reduzieren. </p>
<p>pathoblogus.wordpress.de</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>By: Katharina</title>
		<link>http://homosociologicus.de/2009/03/18/ubersetzer-gesucht-sprachen-deutsch-akademisch/#comment-625</link>
		<dc:creator><![CDATA[Katharina]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Mar 2009 17:10:12 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://homosociologicus.de/?p=1081#comment-625</guid>
		<description><![CDATA[Noch eine weitere Begriffsfrage @ Martin:
Du beschreibst in deinem Kommentar verschiedene Paarungen von wissenschaftlichem und sprachlichem Niveau. Dabei fällt mir auf, dass du Sprachniveau mit Sprachqualität gleichsetzt.

Sowohl bei der Einstufung der Wissenschaftlichkeit als auch der Sprache würde ich klar zwischen Niveau und Qualität trennen.
In c) beschreibst du ein niedriges Sprachniveau als „Schwall von Worten“ und „unnötig langatmigen Textpassagen und unverständlichem Kauderwelsch“. Diese Charakteristika beschreiben einen qualitativ schlechten Text, aber kein niedriges Niveau (im Sinne von Schwierigkeitsgrad).
Andersrum kann auch ein niedriges Sprachniveau qualitativ gut sein. Im Zusammenhang mit der Populärwissenschaft kombinierst du z.B. niedrige Wissenschaftlichkeit mit niedrigem Sprachniveau. Das Problem der Populärwissenschaft ist vielleicht weniger ihr niedriges Niveau, sondern ihre niedrige Qualität von Sprache und Wissenschaftlichkeit. Man büßt nicht zwingend „Korrektheit“ ein in dem man das Niveau senkt, wohl aber, wenn man schlampig arbeitet und dadurch fehlerhafte Information produziert. Würde Populärwissenschaft tatsächlich von Wissenschaftlern betrieben werden (die sich aber meist nicht auf diese Ebene begeben möchten), entstünde diese schlechte und schädigende Art von Populärwissenschaft vielleicht nicht, die ich übrigens als echtes Problem betrachte.

Ich bin für hohe Qualität von Wissenschaftlichkeit und Sprache auf verschiedenen Niveaus in verschiedenen Kombinationen, je nach Bedarf.

Vielleicht beantwortet diese Trennung von Niveau und Qualität auch die Frage, wie man die Kommunikation zwischen Wissenschaft und breiter Öffentlichkeit praktisch umsetzen könnte. Was könnte man tun?

Es gibt beispielsweise noch keine Zeitung, die niedrige Wissenschaftlichkeit + niedriges Sprachniveau gleichzeitig mit hohem qualitativem Anspruch verbindet. Wie schon in meinem Artikel angesprochen, wird in den Medien bisher nur zwischen „interessierter“ und „nicht interessierter“ Öffentlichkeit getrennt. Dabei wird automatisch „interessiert“ mit hohem Niveau und „nicht interessiert“ mit niedrigem Niveau verknüpft. Für interessierte Menschen, die gerne gute Artikel lesen würden, aber deutliche Verständnisprobleme haben, was ein hohes Sprachniveau anbelangt, gibt es bisher praktisch keine Literatur. Wenn also jemand ein höheres sprachliches Niveau nicht beherrscht, ist er dazu verdammt, die Bildzeitung zu kaufen. Diese Gruppe wendet sich vermutlich auch häufig der schlechten Populärwissenschaft zu. Eine hochwertige auf dieses Publikum abgezielte Zeitung etwa könnte diese interessierten Leser auffangen.

Ein soziologisches Blog könnte einem nicht-akademischen Publikum dabei helfen, den Inhalt seiner Artikel zu verstehen, in dem es eine Seite erstellt, auf der einige soziologische Grundkonzepte leicht verständlich erklärt werden. Zu diesem Zwecke könnte auch ein Glossar angelegt werden – eine Art „survival sociology“, die man schnell befragen kann, wenn man auf ein unbekanntes Konzept stößt. 

Mit ein etwas Kreativität lässt sich fast überall ein bisschen Wissen vermitteln.
In den existierenden Zeitungen könnte eine „Wissen Sie schon…?“ – Ecke der Allgemeinbildung gewidmet werden, wo relevante wissenschaftliche Themen oder Begriffe kurz vorgestellt werden. Damit meine ich nicht „Wissen Sie schon, dass Sie im Durchschnitt 100 Mal im Jahr niesen?“, sondern z.B. „… was der so genannte ‚Matthäus-Effekt’ ist?“…

Nur um mal ein paar Ideen zu nennen…

Und ich bin ein großer Fan des Essays, der hier auch schon angesprochen wurde. Diese Gattung ist so vielseitig dass sie ohne Qualitätsverlust auf mehreren Niveaus von Wissenschaftlichkeit und Sprache betrieben werden kann und sich somit für unterschiedliches Publikum eignet.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Noch eine weitere Begriffsfrage @ Martin:<br />
Du beschreibst in deinem Kommentar verschiedene Paarungen von wissenschaftlichem und sprachlichem Niveau. Dabei fällt mir auf, dass du Sprachniveau mit Sprachqualität gleichsetzt.</p>
<p>Sowohl bei der Einstufung der Wissenschaftlichkeit als auch der Sprache würde ich klar zwischen Niveau und Qualität trennen.<br />
In c) beschreibst du ein niedriges Sprachniveau als „Schwall von Worten“ und „unnötig langatmigen Textpassagen und unverständlichem Kauderwelsch“. Diese Charakteristika beschreiben einen qualitativ schlechten Text, aber kein niedriges Niveau (im Sinne von Schwierigkeitsgrad).<br />
Andersrum kann auch ein niedriges Sprachniveau qualitativ gut sein. Im Zusammenhang mit der Populärwissenschaft kombinierst du z.B. niedrige Wissenschaftlichkeit mit niedrigem Sprachniveau. Das Problem der Populärwissenschaft ist vielleicht weniger ihr niedriges Niveau, sondern ihre niedrige Qualität von Sprache und Wissenschaftlichkeit. Man büßt nicht zwingend „Korrektheit“ ein in dem man das Niveau senkt, wohl aber, wenn man schlampig arbeitet und dadurch fehlerhafte Information produziert. Würde Populärwissenschaft tatsächlich von Wissenschaftlern betrieben werden (die sich aber meist nicht auf diese Ebene begeben möchten), entstünde diese schlechte und schädigende Art von Populärwissenschaft vielleicht nicht, die ich übrigens als echtes Problem betrachte.</p>
<p>Ich bin für hohe Qualität von Wissenschaftlichkeit und Sprache auf verschiedenen Niveaus in verschiedenen Kombinationen, je nach Bedarf.</p>
<p>Vielleicht beantwortet diese Trennung von Niveau und Qualität auch die Frage, wie man die Kommunikation zwischen Wissenschaft und breiter Öffentlichkeit praktisch umsetzen könnte. Was könnte man tun?</p>
<p>Es gibt beispielsweise noch keine Zeitung, die niedrige Wissenschaftlichkeit + niedriges Sprachniveau gleichzeitig mit hohem qualitativem Anspruch verbindet. Wie schon in meinem Artikel angesprochen, wird in den Medien bisher nur zwischen „interessierter“ und „nicht interessierter“ Öffentlichkeit getrennt. Dabei wird automatisch „interessiert“ mit hohem Niveau und „nicht interessiert“ mit niedrigem Niveau verknüpft. Für interessierte Menschen, die gerne gute Artikel lesen würden, aber deutliche Verständnisprobleme haben, was ein hohes Sprachniveau anbelangt, gibt es bisher praktisch keine Literatur. Wenn also jemand ein höheres sprachliches Niveau nicht beherrscht, ist er dazu verdammt, die Bildzeitung zu kaufen. Diese Gruppe wendet sich vermutlich auch häufig der schlechten Populärwissenschaft zu. Eine hochwertige auf dieses Publikum abgezielte Zeitung etwa könnte diese interessierten Leser auffangen.</p>
<p>Ein soziologisches Blog könnte einem nicht-akademischen Publikum dabei helfen, den Inhalt seiner Artikel zu verstehen, in dem es eine Seite erstellt, auf der einige soziologische Grundkonzepte leicht verständlich erklärt werden. Zu diesem Zwecke könnte auch ein Glossar angelegt werden – eine Art „survival sociology“, die man schnell befragen kann, wenn man auf ein unbekanntes Konzept stößt. </p>
<p>Mit ein etwas Kreativität lässt sich fast überall ein bisschen Wissen vermitteln.<br />
In den existierenden Zeitungen könnte eine „Wissen Sie schon…?“ – Ecke der Allgemeinbildung gewidmet werden, wo relevante wissenschaftliche Themen oder Begriffe kurz vorgestellt werden. Damit meine ich nicht „Wissen Sie schon, dass Sie im Durchschnitt 100 Mal im Jahr niesen?“, sondern z.B. „… was der so genannte ‚Matthäus-Effekt’ ist?“…</p>
<p>Nur um mal ein paar Ideen zu nennen…</p>
<p>Und ich bin ein großer Fan des Essays, der hier auch schon angesprochen wurde. Diese Gattung ist so vielseitig dass sie ohne Qualitätsverlust auf mehreren Niveaus von Wissenschaftlichkeit und Sprache betrieben werden kann und sich somit für unterschiedliches Publikum eignet.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
</channel>
</rss>

