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	<title>homo sociologicus &#187; Uncategorized</title>
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	<description>Die Welt aus soziologischer Perspektive</description>
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		<title>homo sociologicus &#187; Uncategorized</title>
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		<title>Wie wir leben – Sperrt die Wilden ein und gebt Ihnen Namen!</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Nov 2009 22:35:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie leben wir? Marta Mysik spürt dem Zeitgeist nach und findet Paranoia und Panoptica, Humanität und Totalität, Glück und Unglück. Wir leben unsicher und sehnen uns nach Sicherheit. Bereits das Wir der Fragestellung, „Wie leben wir?“ deutet es an. Im Wir drückt sich die Gruppe aus, die in den heutigen Zeiten nicht eindeutig bestimmbar ist: [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=homosociologicus.de&amp;blog=2259473&amp;post=1521&amp;subd=homosociologicus&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Wie leben wir? Marta Mysik spürt dem Zeitgeist nach und findet Paranoia und Panoptica, Humanität und Totalität, Glück und Unglück.<br />
</em></p>
<p>Wir leben unsicher und sehnen uns nach Sicherheit. Bereits das Wir der Fragestellung, „Wie leben wir?“ deutet es an. Im Wir drückt sich die Gruppe aus, die in den heutigen Zeiten nicht eindeutig bestimmbar ist: Familie, eine Urform der Gruppe, scheint ein Relikt aus alten Zeiten. Die Familie existiert nicht. Es ist die Patchwork-Familie, die Ersatzfamilie, die Weltfamilie. Eine weitere Urform der Gruppe ist die Sippe, die Großfamilie. Übersetzt würde es heute heißen, der Freundeskreis. Aber auch dieser scheint gefährdet, wenn der beste Freund ans andere Ende der Welt zieht. Facebook ersetzt keine langen Gespräche bei Wein und Kerzenschein. Angesichts eines Kusses ist „Gruscheln“ vulgär. Neue Freunde kommen, sicher. Ist Ihre Begegnung nicht gleichzeitig ein Abschied? – New York wird dann zu Tokio, oder so. Von Arbeitskollegen ganz zu Schweigen – der dritten Urform des Gruppendaseins, dem gemeinsamen Schaffen. Projektarbeit und Honorarverträge, Zeitarbeit und mobile Flexibilität. Es gibt keine Chance für eine emotionale Bindung, wenn der erste Händedruck das Versprechen des Nimmer-Wieder-Sehens in sich birgt.</p>
<p>Aber nicht die Flüchtigkeit ist die eigentliche Tragödie. Sie ist nur der Anfang einer wahrlich schrecklichen Entwicklung. Unsicherheit, Unbeständigkeit, Verlust wecken immer  wieder das Bedürfnis nach Ordnung und Sicherheit. Auch diese Impulse sind heutzutage ablesbar: Schäubles Kameras und Fingerabdrücke, das eifersüchtige Halten an der europäischen Grenze – Vorsicht vor Asien, und erst recht vor den afrikanischen Fluten! Und weil der Großkonzern nicht in der Lage ist das Wuchern der Arbeitskraft, dieser größten Fehlerquelle, eigenhändig auszupeitschen, engagiert er Privatdetektive. Übrigens, Wissen ist billiger als Gewalt. Das Panopticon wirkt. Sicherheit durch Selbstdisziplin.</p>
<p>Wir leben unsicher und deswegen sehnen wir uns nach Sicherheit. Nicht weil Sicherheit so gemütlich ist. Vielmehr ist Unsicherheit so bedrohlich – geradezu zersetzend, der Tod. Welch eine Ironie des Schicksals, dass das Bedürfnis nach einer rationalen Ordnung auf einem solch irrationalen Gedankengang begründet ist. Sterben ist gar nicht so einfach. Nur die Angst davor kommt sehr schnell. Wahrscheinlich ein notwendiges Regulativ – schon. Aber wohin Paranoia führt, haben wir schon öfters erfahren. Deswegen lohnt heutzutage das Studium der Dystopien. Sie führen uns überspitzt und drastisch genug vor Augen, was passiert, wenn auf Unsicherheit eine paranoide Regung folgt und dann Totalität.</p>
<p>Mich interessiert wie dieser Moment des Übergangs geschildert wird. Wann kippt die Lage? Ich schaue zu Jewgenij Sajatins „Wir“. Hier ist  es der 200 jährige Krieg und die fast vollständige Vernichtung der Menschheit. Ich schaue zu Hesses „Das Glasperlenspiel“. Auch hier ist es der Krieg. Ich schaue zu Huxleys &#8230; Ich schaue zu Orwell &#8230; Überall Krieg.</p>
<p>Nietzsche vergötterte zwischenzeitlich Dionysos, weil er, Nietzsche, dem Krieg seine Macht zur Totalität nehmen wollte. Er wollte uns sagen, dass es in Ordnung ist sich die Köpfe einzuschlagen. Die Hooligans in Manchesters Vororten und Brad Pitt im Fightclub machen es vor. Man bricht  sich gegenseitig die Knochen und schläft sodann fest wie ein Baby. Der Rausch ist gebannt, wenn er benannt ist. Dionysos ist nur ein Name; die „neuen Kriege“ ein weiterer.</p>
<p>Ist also Humanität, das Jammern der alten Weiber, ein Vorbote des Totalitarismus? Foucault hat es so gesehen. Die Humanisten entdeckten das Leid des Subjekts und indem sie es vom Leid befreiten, schlossen sie ihn umso gründlicher ein. Für Nietzsche war Mitleid lediglich das Deckmäntelchen für Macht. Und was heißt es für uns? Wie sollen wir nun leben? Wie können wir Unsicherheiten aushalten ohne gleich das Kind mit dem Bade auszuschütten? Haben wir wirklich nur die Wahl zwischen Apollon und Dionysos – zwischen dem goldenen Käfig einer rationalen Ordnung und dem Blutbad?</p>
<p>Nietzsche und Foucault, die beiden großen Apologeten der Unsicherheits-Ästhetik, die schließlich genau an dieser gescheitert sind – der eine leidend, der andere grinsend – lebten ihr Leben so wie sie es wollten und auch nicht. Sie waren Schrödingers Katze – mal tot, mal lebendig. Viele und paradox – Fähig festzuhalten und zu lassen und gleichgültig zu sein. Noch leben wir so. Was das heißt, vermag ich nicht zu sagen. Ich weiß nur eines: manchmal esse ich frische Blätter von Frühlingssträuchern, weil ich vor Glück nicht an mich halten kann. Ein  andermal bricht mir eine tote Taube am Straßenrand das Herz und ich verfluche dieses Leben.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/homosociologicus.wordpress.com/1521/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/homosociologicus.wordpress.com/1521/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/homosociologicus.wordpress.com/1521/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/homosociologicus.wordpress.com/1521/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/homosociologicus.wordpress.com/1521/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/homosociologicus.wordpress.com/1521/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/homosociologicus.wordpress.com/1521/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/homosociologicus.wordpress.com/1521/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/homosociologicus.wordpress.com/1521/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/homosociologicus.wordpress.com/1521/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/homosociologicus.wordpress.com/1521/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/homosociologicus.wordpress.com/1521/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/homosociologicus.wordpress.com/1521/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/homosociologicus.wordpress.com/1521/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=homosociologicus.de&amp;blog=2259473&amp;post=1521&amp;subd=homosociologicus&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Presse und Blogs zu Ralf Dahrendorfs Tod</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Jun 2009 00:43:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[von Martin Booker Die Woche aus soziologischer Sicht wurde von der traurigen Nachricht dominiert, dass Ralf Dahrendorf, einer der großen Soziologen und öffentlichen Intellektuellen unserer Zeit, am Mittwoch verstorben ist.  Statt einem Wochenrückblick gibt es daher eine kleine Zusammenstellung der gelungensten Nachrufe und Würdigungen. Thomas Hauser in Dahrendorfs heimatlicher Badischen Zeitung: Trauer um Lord Ralf [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=homosociologicus.de&amp;blog=2259473&amp;post=1372&amp;subd=homosociologicus&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>von Martin Booker</em></p>
<p>Die Woche aus soziologischer Sicht wurde von der traurigen Nachricht dominiert, dass Ralf Dahrendorf, einer der großen Soziologen und öffentlichen Intellektuellen unserer Zeit, am Mittwoch verstorben ist.  Statt einem Wochenrückblick gibt es daher eine kleine Zusammenstellung der gelungensten Nachrufe und Würdigungen.</p>
<p>Thomas Hauser in Dahrendorfs heimatlicher Badischen Zeitung: <a href="http://www.badische-zeitung.de/bonndorf/lord-ralf-dahrendorf-ist-tot--16168751.html">Trauer um Lord Ralf Dahrendorf</a></p>
<p>Christian Geyer in der Frankfurter Allgemeinen: <a href="http://www.faz.net/s/Rub5C2BFD49230B472BA96E0B2CF9FAB88C/Doc~E107A9AE76B744EEDA5B2B8207489069F~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Der Denker als Lebensvorbild</a></p>
<p>Johan Schloemann in der Süddeutschen: <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/84/472607/text/">&#8220;Deutschland ist zuweilen unerträglich&#8221;</a></p>
<p>Thomas Kielinger in der WELT: <a href="http://www.welt.de/kultur/article3951167/Ralf-Dahrendorf-der-Vordenker-des-Liberalismus.html">Ralf Dahrendorf &#8211; Der Vordenker des Liberalismus</a></p>
<p>Klaus Leggewie in der Frankfurter Rundschau: <a href="http://www.fr-online.de/topnews/?em_cnt=1802356">Über die Grenze</a></p>
<p>Theo Sommer in der ZEIT: <a href="http://www.zeit.de/online/2009/26/dahrendorf-nachruf">Der ewige Grenzgänger</a></p>
<p>Jan Fedderson in der taz: <a href="http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/ralf-dahrendorf-ist-tot/">Die liberale Autorität</a></p>
<p>Auch die Blogosphäre reagierte, so z.B. <a href="http://log.handakte.de/25894/lord-ralf-dahrendorf-ist-tot/">Handakte WebLAWg</a>, <a href="http://www.antibuerokratieteam.net/2009/06/18/ralf-dahrendorf-ist-verstorben/">antibuerokratieteam.net</a>, <a href="http://pandabaerchen.blogspot.com/2009/06/ralf-dahrendorf-ist-tot.html">il mondo nuovo</a>, <a href="http://dermorgen.blogspot.com/2009/06/in-gedenken-ralf-dahrendorf-12-zitate.html">Der Morgen</a>, <a href="http://litart.twoday.net/stories/zum-tode-von-lord-ralf-dahrendorf/">Side Effects</a>, <a href="http://www.medeasy.de/common/?p=2100">Med-Easy Portal</a>, <a href="http://orderfromnoise.org/?p=195">orderfromnoise</a>, <a href="http://http://soziologische-aufmerksamkeit.blogspot.com/2009/06/ralf-dahrendorf-gestorben.html">Soziologie und ihre mediale Aufmerksamkeit</a>. Besonders lesenswert ist Oliver Marc Hartwichs Artikel in &#8216;Die Achse des Guten&#8217;, in der er über seine eigene <a href="http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/my_lord_zum_tod_von_lord_ralf_dahrendorf/">Begegnung mit dem Lord</a> berichtet.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/homosociologicus.wordpress.com/1372/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/homosociologicus.wordpress.com/1372/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/homosociologicus.wordpress.com/1372/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/homosociologicus.wordpress.com/1372/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/homosociologicus.wordpress.com/1372/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/homosociologicus.wordpress.com/1372/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/homosociologicus.wordpress.com/1372/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/homosociologicus.wordpress.com/1372/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/homosociologicus.wordpress.com/1372/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/homosociologicus.wordpress.com/1372/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/homosociologicus.wordpress.com/1372/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/homosociologicus.wordpress.com/1372/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/homosociologicus.wordpress.com/1372/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/homosociologicus.wordpress.com/1372/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=homosociologicus.de&amp;blog=2259473&amp;post=1372&amp;subd=homosociologicus&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Ralf Dahrendorf ist gestorben</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Jun 2009 13:26:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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		<description><![CDATA[von Martin Booker, Stefan Spiess und Christoph Brey Gerade wollten wir uns an eine kleine Würdigung zu Jürgen Habermas&#8217; 80. Geburtstag machen, als uns die traurige Nachricht ereilte, dass Lord Ralf Dahrendorf am Mittwoch Abend nach schwerer Krankheit gestorben ist. Erst vor wenigen Wochen hatte er seinen 80. Geburtstag unter Freunden in Oxford gefeiert, Habermas [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=homosociologicus.de&amp;blog=2259473&amp;post=1354&amp;subd=homosociologicus&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1361" class="wp-caption alignright" style="width: 253px"><a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Dahrendorf.jpg&amp;filetimestamp=20060226150816"><img class="size-full wp-image-1361" title="Ralph Dahrendorf im Jahr 2003" src="http://homosociologicus.files.wordpress.com/2009/06/ralph-dahrendorf.jpg?w=500" alt="Ralph Dahrendorf"   /></a><p class="wp-caption-text">Ralf Dahrendorf im Jahr 2003 / creative commons licence by wikipedia - some rights reserved</p></div>
<p><em>von Martin Booker, Stefan Spiess und Christoph Brey</em></p>
<p>Gerade wollten wir uns an eine kleine Würdigung zu Jürgen Habermas&#8217; 80. Geburtstag machen, als uns die traurige Nachricht ereilte, dass Lord Ralf Dahrendorf am Mittwoch Abend nach schwerer Krankheit gestorben ist. Erst vor wenigen Wochen hatte er seinen 80. Geburtstag unter Freunden in Oxford gefeiert, Habermas unter den Festrednern.</p>
<p>Dahrendorf [<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ralf_Dahrendorf">wiki</a>] war einer der bedeutendsten Intellektuellen der deutschen Nachkriegszeit. Viele heutige Soziologen verdanken ihm und dem berühmten &#8216;Dahrendorf-Häuschen&#8217;, mit dem in zahlreichen Schulbüchern die soziale Schichtung der Bundesrepublik erklärt wird, ihren ersten Kontakt mit der Soziologie. Aber auch durch die Begriffsschöpfung des &#8216;homo sociologicus&#8217;, durch seine Beiträge zur Rollentheorie und Konfliksoziologie, sein intellektuelles und politisches Engagement, durch seine Tätigkeit als Staatssekretär und die Forcierung des BAFöG unter seiner Ägide, wirkte Dahrendorf wie kaum ein Anderer auf Soziologie und Gesellschaft zugleich.</p>
<p>Spätestens ab 1974, als Dahrendorf die Leitung der renommierten London School of Economics and Political Science übernahm, führte er eine deutsch-britische Doppelexistenz und erwuchs auf beiden Seiten der Nordsee zu einem geschätzten öffentlichen Intellektuellen. 1993 wurde er von der Queen ins House of Lords berufen und wählte den Titel <em>Baron Dahrendorf</em> <em>of Clare Market in the City of Westminster -</em> Zeugnis seines anglisierten Humors, denn Clare Market ist der geschätzte Parkplatz der LSE.</p>
<p>Dahrendorf plädierte stets für ein öffentliches Engagement von Wissenschaftlern und gegen die Elfenbeinturm-Mentalität, die sich in vielen Lagern breit gemacht hat. Seine Forderung wurde auch für uns wichtig, eine der Inspirationen für das Weblog homosociologicus.de, und ein Ansporn, uns, wenn auch in bescheidenerem Rahmen, öffentlich zu engagieren. Wiederholt wurden einige seiner Ideen hier ausführlich und teils kontrovers diskutiert.</p>
<p>Ralf Dahrendorf wurde 80 Jahre alt, blieb aber im Herzen immer 28, wie er erst kürzlich zu verstehen gab [<a href="http://debatte.welt.de/kommentare/126706/ralf+dahrendorf+fuer+immer+28">WELT</a>]. Mit ihm verliert die Welt einen großen und inspirierenden Soziologen, Politiker und Menschen.</p>
<p>Die abschließenden Worte gebühren Lord Anthony Giddens. Gegenüber der Badischen Zeitung, der Dahrendorf lange Jahre als Berater zur Verfügung stand, gab er <a href="http://www.badische-zeitung.de/nachrichten/deutschland/prominente-wegbegleiter-gratulieren-ralf-dahrendorf">zum Anlass von Dahrendorfs 80. Geburtstag</a> einen Eindruck von Dahrendorfs Persönlichkeit:</p>
<blockquote><p>Dahrendorf war ein Vorbild für mich an vielen Punkten meiner Laufbahn. Seine Bücher waren Munition für alle, die versuchten, aus der dominanten Sicht der damaligen Soziologie auszubrechen. Er hat es immer wieder geschafft, die politische Debatte jenseits der Akademiegrenzen zu beeinflussen. Als ich ihm in der LSE-Leitung folgte, gab er mir überaus nützlichen Rat. Er widerstand übrigens immer der Versuchung, eine &#8220;Schule&#8221; zu begründen, Ausdruck seines Liberalismus und seines Willens, jedes Dogma in Frage zu stellen.</p></blockquote>
<p>Rest in Peace, Ralf Dahrendorf!</p>
<p><em>Stefan, Christoph und Martin</em></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/homosociologicus.wordpress.com/1354/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/homosociologicus.wordpress.com/1354/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/homosociologicus.wordpress.com/1354/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/homosociologicus.wordpress.com/1354/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/homosociologicus.wordpress.com/1354/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/homosociologicus.wordpress.com/1354/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/homosociologicus.wordpress.com/1354/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/homosociologicus.wordpress.com/1354/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/homosociologicus.wordpress.com/1354/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/homosociologicus.wordpress.com/1354/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/homosociologicus.wordpress.com/1354/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/homosociologicus.wordpress.com/1354/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/homosociologicus.wordpress.com/1354/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/homosociologicus.wordpress.com/1354/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=homosociologicus.de&amp;blog=2259473&amp;post=1354&amp;subd=homosociologicus&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Ralph Dahrendorf im Jahr 2003</media:title>
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		<title>Soziologischer Sonntagsfilm: The Story of Stuff</title>
		<link>http://homosociologicus.de/2009/04/19/soziologischer-sonntagsfilm-the-story-of-stuff/</link>
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		<pubDate>Sun, 19 Apr 2009 13:38:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Spiess</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[von Stefan Spiess Unser heutiger Sonntagsfilm ist eine interessantes Beispiel für Infotainment. In &#8220;The Story of Stuff&#8221; werden Informationen über den Produktionsprozess und seine Verkettungen mit sozialen und ökologischen Faktoren dargestellt. Außerdem dabei: Eine mögliche Erklärung für das Entstehen der modernen (amerikanischen) Konsumgesellschaft. Natürlich hat der Film eine Botschaft, natürlich vertritt die Produzentin und Moderatorin [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=homosociologicus.de&amp;blog=2259473&amp;post=1176&amp;subd=homosociologicus&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>von Stefan Spiess</em></p>
<p>Unser heutiger Sonntagsfilm ist eine interessantes Beispiel für Infotainment. In &#8220;The Story of Stuff&#8221; werden Informationen über den Produktionsprozess und seine Verkettungen mit sozialen und ökologischen Faktoren dargestellt. Außerdem dabei: Eine mögliche Erklärung für das Entstehen der modernen (amerikanischen) Konsumgesellschaft.</p>
<p>Natürlich hat der Film eine Botschaft, natürlich vertritt die Produzentin und Moderatorin Annie Leonard [<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Annie_Leonard">Wiki</a>] eine bestimmte Position. Dennoch muss man sagen, dass diese Positon auf einem soziologisch ziemlich wachen Blick für Zusammenhänge beruht. Woher kommt das, was eine Konsumgesellschaft konsumiert? Wer sagt dem Konsumenten, dass und was er konsumieren muss? Und, last but not least: Wie kann man Moden und Trends anders erklären, als schlicht über einen jählich wechselnden &#8220;Massengeschmack&#8221;?</p>
<p>Aber genug der Worte, Bühne Frei für Annie Leonard und &#8220;Die Geschichte von Zeug&#8221;, einem 20minütigen Film auf Englisch. Einen schönen Sonntag und viel Spaß beim Schauen wünscht, wie üblich</p>
<p><em>Das Team von homosociologicus.de (Mit unserem Dank an Christine Bartsch für den Filmtipp.)<br />
</em></p>
<p>Ein Klick auf das Banner bringt euch zum Film.</p>
<p><a href="http://www.storyofstuff.com/"><img class="alignleft size-full wp-image-1177" title="Link zu storyofstuff.com" src="http://homosociologicus.files.wordpress.com/2009/04/200x57_sos_bannerhorzsm1.jpg?w=500" alt="Link zu storyofstuff.com"   /></a></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/homosociologicus.wordpress.com/1176/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/homosociologicus.wordpress.com/1176/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/homosociologicus.wordpress.com/1176/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/homosociologicus.wordpress.com/1176/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/homosociologicus.wordpress.com/1176/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/homosociologicus.wordpress.com/1176/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/homosociologicus.wordpress.com/1176/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/homosociologicus.wordpress.com/1176/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/homosociologicus.wordpress.com/1176/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/homosociologicus.wordpress.com/1176/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/homosociologicus.wordpress.com/1176/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/homosociologicus.wordpress.com/1176/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/homosociologicus.wordpress.com/1176/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/homosociologicus.wordpress.com/1176/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=homosociologicus.de&amp;blog=2259473&amp;post=1176&amp;subd=homosociologicus&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		</media:content>

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			<media:title type="html">Link zu storyofstuff.com</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Soziologischer Sonntagsfilm: Kapitalismus und anderer Kinderkram</title>
		<link>http://homosociologicus.de/2009/04/05/soziologischer-sonntagsfilm-kapitalismus-und-anderer-kinderkram/</link>
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		<pubDate>Sun, 05 Apr 2009 12:26:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Spiess</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[von Stefan Spiess Unser heutiger Sonntagsfilm macht einen Ausflug in sozialistische Gefilde. Er wurde bereits vor einigen Jahren von der Socialist Party of Great Britain [Homepage]  veröffentlicht. Der Film ist sprachlich einfach gehalten und erzählt eine Geschichte &#8211; die Geschichte von einer Gruppe Kinder im Kindergarten, bei denen eines Tages ein Kind &#8220;die Macht&#8221; bekommt, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=homosociologicus.de&amp;blog=2259473&amp;post=1107&amp;subd=homosociologicus&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>von Stefan Spiess</em></p>
<p>Unser heutiger Sonntagsfilm macht einen Ausflug in sozialistische Gefilde. Er wurde bereits vor einigen Jahren von der Socialist Party of Great Britain [<a href="http://www.worldsocialism.org/spgb/">Homepage</a>]  veröffentlicht. Der Film ist sprachlich einfach gehalten und erzählt eine Geschichte &#8211; die Geschichte von einer Gruppe Kinder im Kindergarten, bei denen eines Tages ein Kind &#8220;die Macht&#8221; bekommt, weil das ganze Spielzeug jetzt ihm gehört; davon, wie dieses Kind dann andere Kinder einspannt, und ihnen im Austausch dafür ein paar von seinen Spielzeugen zur Verfügung stellt.</p>
<p>Jetzt kann man fragen, was daran soziologisch interessant ist. Wir meinen: Man kann hier ein einfaches und unterhaltsames Beispiel dafür finden, wie Ressourcen, Besitz und Macht zusammenhängen. Ob das alles dann so stimmt, ist natürlich fraglich. Aber das passt doch einfach zu gut zum G20 Gipfel,  oder?</p>
<p>Der Film dauert ca. 1 Stunde und ist auf Englisch. Man kann ihn sich bei Google-Videos anschauen, <a href="http://www.socialist-tv.com/">direkt bei der Socialist Party runterladen</a>, oder einfach hier bei uns ansehen. Viel Spaß beim Schauen wünscht</p>
<p>homosociologicus.de</p>
<span style='text-align:center;display:block;'><object width='400' height='330' type='application/x-shockwave-flash' data='http://video.google.com/googleplayer.swf?docId=3072291302771620276'><param name='allowScriptAccess' value='never' /><param name='movie' value='http://video.google.com/googleplayer.swf?docId=3072291302771620276'/><param name='quality' value='best'/><param name='bgcolor' value='#ffffff' /><param name='scale' value='noScale' /><param name='wmode' value='opaque' /></object></span>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/homosociologicus.wordpress.com/1107/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/homosociologicus.wordpress.com/1107/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/homosociologicus.wordpress.com/1107/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/homosociologicus.wordpress.com/1107/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/homosociologicus.wordpress.com/1107/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/homosociologicus.wordpress.com/1107/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/homosociologicus.wordpress.com/1107/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/homosociologicus.wordpress.com/1107/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/homosociologicus.wordpress.com/1107/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/homosociologicus.wordpress.com/1107/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/homosociologicus.wordpress.com/1107/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/homosociologicus.wordpress.com/1107/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/homosociologicus.wordpress.com/1107/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/homosociologicus.wordpress.com/1107/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=homosociologicus.de&amp;blog=2259473&amp;post=1107&amp;subd=homosociologicus&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">steffspiess</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Übersetzer gesucht. Sprachen: Deutsch, Akademisch</title>
		<link>http://homosociologicus.de/2009/03/18/ubersetzer-gesucht-sprachen-deutsch-akademisch/</link>
		<comments>http://homosociologicus.de/2009/03/18/ubersetzer-gesucht-sprachen-deutsch-akademisch/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 17 Mar 2009 23:43:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gast</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Blogosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<category><![CDATA[Linguistik]]></category>
		<category><![CDATA[Ralph Dahrendorf]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftlichkeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Katharina Kaiser unterzieht die wissenschaftliche Blogosphäre einer linguistischen Analyse. Ralph Dahrendorf hat in seiner Rede zum 40. Geburtstags des WZB einen wichtigen Appell hervorgebracht, in dem er sagt, die Wissenschaft müsse der Öffentlichkeit nicht nur zugänglich gemacht, sondern deren dynamischer Austausch untereinander auch bewusst gefördert werden. Seiner Ansicht nach seien hier weniger die Fachzeitschriften als [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=homosociologicus.de&amp;blog=2259473&amp;post=1081&amp;subd=homosociologicus&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Katharina Kaiser unterzieht die wissenschaftliche Blogosphäre einer linguistischen Analyse.</em></p>
<p>Ralph Dahrendorf hat in seiner <a href="http://www.wzb.eu/aktuell/pdf/rede_lord_dahrendorf.pdf">Rede zum 40. Geburtstags des WZB </a>einen wichtigen Appell hervorgebracht, in dem er sagt, die Wissenschaft müsse der Öffentlichkeit nicht nur zugänglich gemacht, sondern deren dynamischer Austausch untereinander auch bewusst gefördert werden. Seiner Ansicht nach seien hier weniger die Fachzeitschriften als die allgemeinen Medien wichtig. Bei der Frage, wie die heutige Wissenschaft in Zeitung, Radio, Fernsehen und Internet mit der Öffentlichkeit kommuniziert, glaube ich auf eine Unerhörtheit gestoßen zu sein. <span id="more-1081"></span></p>
<p>Ohne mich auf eine ausgedehnte Analyse einlassen zu wollen, beschränke ich mich hier zunächst auf zwei Beobachtungen: Ein Text wissenschaftlichen Inhalts wird der Öffentlichkeit in den meisten Fällen auf zwei verschiedene Arten präsentiert. Eine Variante sind jene wissenschaftlichen Texte, die in gekürzter aber sprachlich nicht bedeutend veränderter Form an den Benutzer weitergegeben werden. Dabei wird von einem gewissen Vorwissen des Lesers ausgegangen, das zum Verständnis des Textes erforderlich ist. Die Texte sind in einer Fachsprache verfasst, die sich unter anderem durch technische Ausdrücke und einen für die Wissenschaft typischen unpersönlichen Schreibstil auszeichnet. Diese Art von Texten findet man in Fachzeitschriften, aber auch in manchen „high brow&#8221; Tages- und Wochenzeitungen.</p>
<p>Die andere Variante ist jener Text, der so adaptiert ist, dass er ein möglichst breit gefächertes Publikum erreicht, das kaum über Vorwissen verfügen müssen, um den Text zu verstehen. Bei diesen Texten handelt es sich in der Regel leider nicht mehr um eine Originalfassung des Wissenschaftlers, sondern um den Artikel eines Zeitungsredakteurs oder Journalisten, der in seinen eigenen Worten den Inhalt des wissenschaftlichen Textes wiederzugeben versucht. Dies führt oft zu verschwommenen bis hin zu verfälschten Inhalten, bei denen Kernaussagen ausgelassen oder andere Schwerpunkte gesetzt werden. Beispiele finden sich vor allem in „low-brow&#8221; Zeitungen.</p>
<p>Dann gibt es für Interessierte selbstverständlich noch ein reiches Repertoire an Dokumentarfilmen oder Internetportalen, wo man eine Mischung dieser beiden Stile durchaus finden kann und das Material hervorragend und anschaulich aufgearbeitet ist. Diese Quellen werden aber nicht von der breiten Öffentlichkeit genutzt und können somit nicht zu den „allgemeinen Medien&#8221; gezählt werden.</p>
<p>Wo sind in dieser Einteilung wissenschaftliche Blogs einzugliedern? Um dies beantworten zu können, muss zuerst die wichtigste aller Fragen gestellt werden, nämlich die nach dem Empfänger: Wer ist die Öffentlichkeit? Vor welchem Publikum versuchen wir unsere Ideen zu präsentieren?</p>
<p>Wenn wir von so einem schwammigen Begriff wie der „Öffentlichkeit&#8221; sprechen, stellen sich die meisten einen „ganz normalen Durchschnittsmenschen&#8221; vor (was für ein furchtbares Wort). Bei dieser Vorstellung laufen wir Wissenschaftler glaube ich oft Gefahr (bescheiden wie wir sind), uns selbst als den „Durchschnittsmenschen&#8221; zu betrachten. Wenn wir an uns Wissenschaftlern das Niveau eines „Durchschnittsbürgers&#8221; orientieren, dann muten wir dem tatsächlichen „Durchschnittsmenschen&#8221; allerdings wirklich einiges an Kauderwelsch zu.</p>
<p>Erst neulich bin ich in einem Seminar über die Sprache wissenschaftlich-technischer Texte selbst in die Falle getappt, als ich darauf beharrt habe, dass eine Werbereportage aufgrund ihres niedrigen Schwierigkeitsgrades kein wissenschaftlicher Text ist (man beachte, ich habe somit den wissenschaftlichen Text gerade dadurch <em>definiert</em>, dass er für Laien unverständlich ist) Ich wurde dann von meiner Dozentin darauf hingewiesen, dass ein Text, nur weil wir Akademiker ihn verstehen, deswegen nicht gleich „leicht&#8221; ist. Klingt logisch, tatsächlich ist mir aber zum ersten Mal klar geworden, warum ich mich für meine nicht studierten Eltern und Freunde teilweise anhöre als käme ich vom Mars. Und dass liegt nicht etwa an deren Dummheit, sondern an meiner eigenen Unfähigkeit (und Arroganz?), mich auf mein „Publikum&#8221; einzustellen.</p>
<p>Projizieren wir das Ganze auf eine gesellschaftliche Skala, so stellt sich die Frage, ob die unnötige Verwendung komplizierter Fachterminologie in diversen Medien dazu führt, dass die breite Öffentlichkeit mit einer wissenschaftlichen Herangehensweise, oder einem „soziologischen Blick&#8221; vielleicht nichts anzufangen weiß. Wenn dies so ist, wer oder was könnte zwischen der Öffentlichkeit und der Wissenschaft „vermitteln&#8221;?</p>
<p>Hier kommen Dahrendorfs „öffentliche Intellektuelle&#8221; ins Spiel, denn der Schlüssel liegt vielleicht wirklich in der Kommunikation. Um eine Brücke zwischen der Wissenschaft und der Öffentlichkeit zu bauen, müssen Wissenschaftler und Nicht-Wissenschaftler einen Weg finden, sich untereinander zu verständigen. Wissenschaftler könnten ihren Beitrag dazu leisten, indem sie endlich von ihrem hohen Ross herunterkommen, und aufhören eine Wolke unverständlichen Wortschwalls von sich geben. Stattdessen sollten sie versuchen, ihre Kompetenz dadurch unter Beweis zu stellen, dass sie ihre theoretischen Überlegungen praktisch anzuwenden wissen und sie somit auch Laien ihres Gebietes verständlich machen können. Dabei brauchen wir uns keine Sorgen darum zu machen, dass das Niveau der Wissenschaft sinken könnte. Es geht nicht darum, generell auf Fachsprache zu verzichten, sondern seinen Stil der Situation anzupassen und, dort wo es <em>angebracht</em> ist, seinen Akademikerstolz hinten anzustellen.</p>
<p>Welche Schlussfolgerungen können wir Blogger aus dieser Überlegung ziehen?</p>
<p>Nun, wir müssen uns überlegen, wen wir mit unseren Blogs ansprechen wollen. Bisher scheinen die meisten Blogs auf ein sehr klar definiertes Publikum abzuzielen, dass die breite Öffentlichkeit, zumindest nach sprachlichen Kriterien, ausschließt. Ich bin schon, nichts Böses ahnend, in Studentenblogs auf Kommentare gestoßen, in dem ein angehender Wissenschaftler ein halbes Fremdwörterbuch ausgekotzt hat, und Schuld an der Verdauungsstörung scheint ein sich im Lesetrakt verhedderter Schachtelsatz gewesen zu sein.</p>
<p>Ausschlaggebend für die Bestimmung des gewünschten Publikums ist selbstverständlich das Ziel, das man mit seinem Blog verfolgt. Wollen wir zu einer <em>offenen</em> Diskussion einladen, oder zu einer Ratsitzung unter Kollegen? Für viele Blogs (auch für homosociologicus?) bedeutet das möglicherweise, die eine oder andere Umstrukturierung in Betracht zu ziehen.</p>
<p>Nicht zuletzt könnte die neue Rolle der Öffentlichkeit nicht nur als Diskussionspartner, sondern als direkter Entscheidungsträger in aktuellen wissenschaftlichen Fragen, möglicherweise zu mehr Verantwortungsgefühl und Handlungsbereitschaft derjenigen Interessengruppen führen, die an der öffentlichen Diskussion bisher nur schwach beteiligt sind. Manche werden argumentieren, dass für wichtige Entscheidungen eine hohe Kompetenz von Nöten ist, und dafür seien ja schließlich die Experten da. Sicherlich ist die Öffentlichkeit, so wie wir sie heute kennen, nicht in der Lage, langfristig gesunde gesellschaftliche Entscheidungen zu treffen. Eine neue Generation von „öffentlichen Intellektuellen&#8221; könnte aber auch eine neue gebildete Öffentlichkeit nach sich ziehen, die in einer Art Symbiose zusammenarbeiten könnten. Utopie?</p>
<p>Und jetzt nochmal für dich, liebe Omi: Ich habe mir heute ein paar Gedanken darüber gemacht, wie kompliziert ich und meine Kollegen immer sprechen. Ich glaube, dass wir uns oft nicht viel Mühe geben, unsere Ideen auch anderen Leuten zu erklären. Das ist schade und unfair, weil unsere Arbeit meistens sehr viel mit diesen anderen Leuten zu tun hat. Ich würde mich gerne auch mit dir darüber unterhalten, was ich in meinem Studium so lerne. Was denkst du darüber?</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/homosociologicus.wordpress.com/1081/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/homosociologicus.wordpress.com/1081/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/homosociologicus.wordpress.com/1081/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/homosociologicus.wordpress.com/1081/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/homosociologicus.wordpress.com/1081/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/homosociologicus.wordpress.com/1081/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/homosociologicus.wordpress.com/1081/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/homosociologicus.wordpress.com/1081/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/homosociologicus.wordpress.com/1081/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/homosociologicus.wordpress.com/1081/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/homosociologicus.wordpress.com/1081/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/homosociologicus.wordpress.com/1081/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/homosociologicus.wordpress.com/1081/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/homosociologicus.wordpress.com/1081/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=homosociologicus.de&amp;blog=2259473&amp;post=1081&amp;subd=homosociologicus&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">merton2010</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>&#8220;Früher war so etwas nicht vorstellbar&#8221;</title>
		<link>http://homosociologicus.de/2009/03/16/amoklauf-in-winnenden-fruher-war-so-etwas-nicht-vorstellbar/</link>
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		<pubDate>Mon, 16 Mar 2009 15:48:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gast</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Amoklauf]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Motiv]]></category>
		<category><![CDATA[Normalität]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie des Amoklaufs]]></category>
		<category><![CDATA[Waffen]]></category>
		<category><![CDATA[Winnenden]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Gastbeitrag von Robert Brumme Wenn man die letzten Jahre zurückschaut, beschleicht einen das Gefühl, dass eine merkliche Zunahme von Amokläufen Jugendlicher zu verzeichnen ist. Ob diese Vermutung wirklich stimmt, ist schwierig zu beantworten, da es meist an den Journalisten liegt, welche Gewalttaten als Amoklauf bezeichnet werden, und welche nicht1 Wenn wir uns aber dieser [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=homosociologicus.de&amp;blog=2259473&amp;post=1063&amp;subd=homosociologicus&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom:0;" align="justify"><em>Ein Gastbeitrag von Robert Brumme</em></p>
<p style="margin-bottom:0;" align="justify">Wenn man die letzten Jahre zurückschaut, beschleicht einen das Gefühl, dass eine merkliche Zunahme von Amokläufen Jugendlicher zu verzeichnen ist. Ob diese Vermutung wirklich stimmt, ist schwierig zu beantworten, da es meist an den Journalisten liegt, welche Gewalttaten als Amoklauf bezeichnet werden, und welche nicht<sup><a name="sdfootnote1anc" href="#sdfootnote1sym"><sup>1</sup></a></sup> Wenn wir uns aber dieser Annahme hingeben (die nebenbei gesagt empirisch belegt werden kann) drängt sich die Frage auf, was die Gründe für die Häufung von Amokläufen an Bildungseinrichtungen sein könnten.</p>
<p style="margin-bottom:0;" align="justify">Werfen wir einen Blick in die aktuelle Presse scheint die Antwort zwar vielseitig aber immer eindeutig zu sein. Es sind die klassischen Monster der modernen Gesellschaft. Einige der Gründe muten bereits heute so bizarr an, dass man sich schon fast nicht mehr vorstellen kann, dass sie wirklich mal ernsthaft formuliert wurden. Aber sammeln wir doch einfach mal die Top 10 der ausschlaggebenden Gründe dafür, dass Jugendliche Amok laufen. <span id="more-1063"></span><sup><a name="sdfootnote2anc" href="#sdfootnote2sym"><sup>2 <img title="Mehr ..." src="http://homosociologicus.wordpress.com/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" /><br />
</sup></a><img title="Mehr ..." src="http://homosociologicus.wordpress.com/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" /></sup></p>
<ol>
<li>
<p style="margin-bottom:0;">Zu leichter Zugang zu Waffen</p>
</li>
<li>
<p style="margin-bottom:0;">Wachsender Egoismus und Desinteresse an Mitmenschen</p>
</li>
<li>
<p style="margin-bottom:0;">Gewalttätige Computer-/Videospiele</p>
</li>
<li>
<p style="margin-bottom:0;">Schwindender Einfluss und Interesse der Eltern auf/an ihren Kindern</p>
</li>
<li>
<p style="margin-bottom:0;">Gewaltdarstellung in Fernsehen/Nachrichten/Filmen</p>
</li>
<li>
<p style="margin-bottom:0;">Fehlende Zuneigung und soziale Einbindung</p>
</li>
<li>
<p style="margin-bottom:0;">Psychische Erkrankungen</p>
</li>
<li>
<p style="margin-bottom:0;">Nachlassende Verbindlichkeit von Normen und Werten</p>
</li>
<li>
<p style="margin-bottom:0;">Gewaltverherrlichende Musik</p>
</li>
<li>
<p style="margin-bottom:0;">Internet und andere neue Medien</p>
</li>
</ol>
<p style="margin-bottom:0;" align="justify">Was ständig wiederholt wird, ist jedoch noch lange nicht wahr. Unser Ziel muss es sein, sich ernsthaft damit auseinander zu setzen, warum Jugendliche sich heutzutage eher dafür entscheiden (oder eher den Drang verspüren) Amok zu laufen als einen anderen Lösungsweg für ihre subjektiv oder objektiv erlebten Probleme zu finden. Wenn wir davon ausgehen, dass Ausgrenzung aus Peer-Groups, fehlende elterliche Zuneigung, Mobbing oder Depressionen bei jungen Menschen keine neuartigen Phänomene sind (was natürlich zu beweisen wäre), bleibt dennoch die Frage, warum es heutzutage eher passiert, dass ein Amoklauf die finale Lösung für persönliche Probleme zu sein scheint.</p>
<p style="margin-bottom:0;" align="justify">Psychologische Untersuchungen bei überlebenden Amokläufern und im Nachhinein angefertigte Profile haben dazu beigetragen, eine Liste mit Verhaltensmerkmalen der Täter zu erstellen: narzisstisch, beziehungsgestört, leicht kränkbar, sehr bemüht um Anpassung, geringe Frustrationstoleranz, plötzliche Verhaltenssprünge, Mangel an Nähe und Vertrautheit, Schwierigkeit Probleme zu erkennen und zu bewältigen.<sup><a name="sdfootnote3anc" href="#sdfootnote3sym"><sup>3</sup></a></sup> Die Liste ist selbstverständlich keine Bastelanleitung und auch nicht als Kontrollliste für Eltern zu verstehen; vielmehr handelt es sich um eine Art psychologisches Abbild des „Idealamokläufers&#8221; &#8211; für Vollständigkeit kann keine Haftung übernommen werden.</p>
<p style="margin-bottom:0;" align="justify">Gehen wir also davon aus, dass es auch früher schon Jugendliche mit Auffälligkeiten und Profilen dieser Art gab, dann bleibt die Frage, warum sich Amokläufe in den letzten zehn Jahren gehäuft haben. Und jetzt müssen wir unseren ganzen Mut zusammen nehmen und uns von dem schönen Gedanken trennen, der uns in den Medien verkauft wird, dass es eine einfache, monokausale Antwort gibt. Nein, die Antwort ist komplex und es kommt eine Vielzahl von Faktoren zusammen, die schließlich darin münden, dass ein Jugendlicher überhaupt den Gedanken entwickelt und die Möglichkeit hat, einen Amoklauf durchzuführen.</p>
<p style="margin-bottom:0;" align="justify">Wir haben also eine Person mit einer Vielzahl der oben beschriebenen Verhaltensstörungen mit unterschiedlich starker Ausprägung (die Gründe für die Entstehung dieser fällt dann eher in den Bereich der (Sozial-)Psychologie). Nun betrachten wir die Amokläufer der letzten Jahre und tragen ihre weiteren Gemeinsamkeiten zusammen.</p>
<ol>
<li>
<p style="margin-bottom:0;" align="justify"><strong>Mitglied im Schützenverein (Sportschütze) / Paintball/Softair-Spieler </strong></p>
</li>
</ol>
<p style="margin-left:1.27cm;margin-bottom:0;" align="justify">Durch das reale Trainieren mit Schusswaffen erhöht sich die Zielgenauigkeit und die Vertrautheit mit Waffen allgemein. Hemmschwellen diese zu benutzen verringern sich und Abläufe werden automatisiert.</p>
<p style="margin-left:1.27cm;margin-bottom:0;" align="justify">
<ol>
<li>
<p style="margin-bottom:0;" align="justify"><strong>Zugang zu Waffen </strong></p>
</li>
</ol>
<p style="margin-left:1.27cm;margin-bottom:0;" align="justify">Jeder der Täter hat sich auf legalem oder illegalem Weg Zugang zu effizienten und relativ einfach zu bedienenden Mordwerkzeugen verschafft. Die Ermöglichung dieses Zuganges kann durch vorherrschende gesellschaftliche Rahmenbedingungen, Unachtsamkeit Dritter oder Kreativität der Täter erfolgen.<sup><a name="sdfootnote4anc" href="#sdfootnote4sym"><sup>4</sup></a></sup></p>
<p style="margin-left:1.27cm;margin-bottom:0;" align="justify">
<ol>
<li>
<p style="margin-bottom:0;" align="justify"><strong>Konsum gewaltverherrlichender Filme und Spiele</strong></p>
</li>
</ol>
<p style="margin-left:1.27cm;margin-bottom:0;" align="justify">Der Konsum von Medien, deren Inhalt von Gewalt und dem Ausleben oder Zufügen dieser gekennzeichnet ist, versorgt die Täter mit gewalttätigen Lösungsmöglichkeiten für ihre persönlichen Probleme. Sie erleben in Form Dritter (durch Filme) oder direkt (durch Videospiele), wie Protagonisten oder Spielfiguren in der Lage sind, Probleme mit Gewalt zu lösen. Dieser Punkt mag der Spielgemeinde nicht gefallen, ist aber extrem wichtig. Das Konsumieren von gewalttätigen Filmen oder Videospielen versorgt den Jugendlichen auf der einen Seite mit neuartigen (d.h. von den vorherrschenden abweichenden) Ansichten, wie Konflikte zu lösen sind.<sup><a name="sdfootnote5anc" href="#sdfootnote5sym"><sup>5</sup></a></sup> Es ermöglicht ihnen aber auch, einen Identitätswechsel zu vollführen. Sie haben die Möglichkeit, die Rolle übermächtiger Charaktere zu übernehmen, die sich von ihrer wahren Persönlichkeit in Selbstbewusstsein, Stärke und Macht unterscheiden. Das Erleben dieses Allmachtgefühls führt zu einem immer stärker werdenden Rückzug in eine zweite Realität &#8211; in eine unreale Fantasiewelt, die nach und nach zur realen Welt des potentiellen Amokläufers wird. Er beginnt die erlebten Lösungsstrategien für Probleme auf die reale Welt zu übertragen und verliert mehr und mehr die Hemmung, diese auch anzuwenden.</p>
<p style="margin-left:1.27cm;margin-bottom:0;" align="justify">
<ol>
<li>
<p style="margin-bottom:0;" align="justify"><strong>Fehlende soziale Einbindung (zu Eltern / Peer-Groups)</strong></p>
</li>
</ol>
<p style="margin-left:1.27cm;margin-bottom:0;" align="justify">Durch fehlende soziale Integration, sei es in einen Freundeskreis, in Vereine oder im Elternhaus hat der Täter die Möglichkeit seine Persönlichkeitsveränderungen und die Flucht in eine Scheinwelt zu verheimlichen. Dort wo soziale Kontakte fehlen, wird die Fähigkeit unbeachtet zu agieren, zu grübeln, vorzubereiten und schließlich loszuschlagen gefördert. Des Weiteren verstreicht durch die Ausgrenzung die Chance, den Jugendlichen auf der einen Seite bei ihrer Problembewältigung zu helfen, aber auch auf der anderen Seite, sie mit adäquaten Lösungsansätzen für ihre Probleme zu versorgen. Es gibt für sie einfach keine Möglichkeit mehr, Probleme zu verarbeiten, sie zu bereden und sie zu vergessen. Durch das Alleingelassen-Sein verengen sich die Gedanken des Täters irgendwann soweit, bis es nur noch einen Ausweg gibt, die subjektiv oder objektiv vorhandenen Konflikte zu lösen: mit Gewalt.</p>
<p style="margin-left:1.27cm;margin-bottom:0;" align="justify">
<ol>
<li>
<p style="margin-bottom:0;" align="justify"><strong>Zugang zum Internet </strong></p>
</li>
</ol>
<p style="margin-left:1.27cm;margin-bottom:0;" align="justify">Das Internet dient als Medium für Vielerlei: es ist (1) ein Ort, an dem die Jugendlichen ihre „wahre&#8221; Identität hinter sich lassen können. Dies kann bspw. über Chatrooms oder OnlineSpiele erfolgen. Hier können sie sich Eigenschaften zuschreiben und ausleben, die sie im wahren Leben nicht haben. Das Internet dient (2) als Informationsquelle einerseits für zurückliegende Amokläufe und als Tor zu jenen Seiten auf denen frühere Amokläufer auf das Level von Märtyrern gehoben werden aber auch (3) als Quelle für Informationen über den Bau von Bomben oder die Beschaffung von Waffen und Munition. Des Weiteren ist es (4) das am leichtesten zu bedienende Medium um Amokläufe anzukündigen oder um der Nachwelt Abschiedsbriefe bzw. Videos zu hinterlassen. Dies geschieht auch, um selber den erhofften Status eines Märtyrers zu erhalten.<sup><a name="sdfootnote6anc" href="#sdfootnote6sym"><sup>6</sup></a></sup></p>
<p style="margin-left:1.25cm;margin-bottom:0;" align="justify">Eines soll noch klargestellt werden. Natürlich ist bspw. der Zugang zum Internet nicht zwingend nötig um die Idee zu entwickeln oder sich dem Drang hinzugeben, einen Amoklauf durchzuführen. Das Internet und moderne Unterhaltungstechnologie sind vielmehr erleichternde Momente, wenn es darum geht die Realität hinter sich zu lassen um sich in eine Scheinwelt zu flüchten &#8211; sie erleichtert diesen Vorgang nicht unwesentlich. Wie gesagt, das was hier zusammengetragen wurde, spiegelt die Vorgehensweise und die Einflussfaktoren des idealtypischen jugendlichen Amokläufers wieder. Das Streichen einzelner Punkte aus der obigen Liste würde vermutlich nicht ausreichen, um Amokläufe zu verhindern.</p>
<p style="margin-bottom:0;" align="justify">Sämtliche jugendliche Amokläufer der jüngeren Zeit erfüllen ausnahmslos (so gut wie) alle der oben angeführten Punkte. Zwei Fragen können wir nun versuchen zu beantworten: (1) Warum treten Amokläufe von Jugendlichen an ihren Bildungseinrichtungen in den letzten Jahren so gehäuft auf und (2) welchen Effekt hat es, wenn den öffentlich formulierten Forderungen nachgekommen wird, die fast immer nur einen der oben genannten Punkte ansprechen.</p>
<p style="margin-bottom:0;" align="justify">Zu (1): Es ist für Jugendliche heutzutage viel einfacher, sich in Fantasiewelten zu flüchten oder sich allgemein aus der Realität und aus sozialen Bindungen zurückzuziehen als früher. Dies liegt einerseits an den Charakteristika der Moderne (Individualisierung, Enttraditionalisierung, Embedding), andererseits an der Bereitstellung moderner Medien und deren uneingeschränkte Nutzbarkeit. So ist es mit Hilfe von Filmen, Videospielen und Internet viel einfacher, sich eine zweite unreale Welt zu schaffen als es bspw. vor 50 Jahren war. Ein Knopfdruck genügt, um sich in eine Fantasiewelt zu begeben, in der man sämtliche gewünschten Eigenschaften und Fähigkeiten erhalten kann ohne sie in der Realität wirklich zu besitzen. Sicherlich kann man behaupten, dass es auch früher Bücher oder Theaterstücke gab, die Gewalt enthielten &#8211; dies ist unbestritten &#8211; aber die heutige Zeit mit den modernen Medien zeichnet sich dadurch aus, dass alles permanent verfügbar ist. Man hat jederzeit die Möglichkeit sich einer Scheinwelt hinzugeben und Fantasien zu entwickeln und auszuleben. Dies geschieht umso einfacher je mehr Sinne bedient werden und je größer der Anteil der Fantasiewelt im Vergleich zur „realen&#8221; Welt wird. Real wird das, was ich permanent erlebe. Und wenn Gewaltdarstellungen dauerhaft auf einen sozial nicht eingebundenes Individuum treffen, dem ein gefestigter Geist fehlt, dann kann das, was auf dem Bildschirm erlebt wird, real werden. Der Bildschirm wird zu einer Art Ersatz-Sozialisierungsinstanz, welche dem Jugendlichen mit Lösungsmöglichkeiten für seine Probleme versorgt. Wenn diese auf die reale Welt übertragen werden, kann ein Amoklauf die Folge sein. Darüber hinaus ist es heutzutage aufgrund der geringeren sozialen Integration einfacher, diese Flucht in eine Fantasiewelt vor Anderen zu verstecken.</p>
<p style="margin-bottom:0;" align="justify">Zu (2): Ob ein monokausales Einwirken auf einen der oben genannten Punkte wirklich einen Effekt auf die Häufigkeit des Auftretens von Amokläufen haben kann, ist für mich nicht möglich zu beantworten. Und selbst wenn ein totales Verbot von bspw. Waffen oder Videospielen die Eintrittswahrscheinlichkeit von Amokläufen verringern könnte, wäre damit nicht das Problem als solches gelöst. Die Ursachen, die dazu führen, dass junge Menschen sich überhaupt erst zurückziehen und sich auf die Suche nach einer zweiten Realität begeben oder sich eine Fantasiewelt erzeugen, wären damit nicht beseitigt. Jedoch wird dieses „Wurzelproblem&#8221; kaum in der Öffentlichkeit thematisiert.</p>
<p style="margin-bottom:0;" align="justify">
<p style="margin-bottom:0;" align="justify"><img class="aligncenter size-full wp-image-1079" title="Verlauf Amoklauf" src="http://homosociologicus.files.wordpress.com/2009/03/verlauf1.jpg?w=500" alt="Verlauf Amoklauf"   /></p>
<p style="margin-bottom:0;" align="justify"><em>Robert Brumme ist Masterkandidat an der Uni Rostock [<a href="http://www.wiwi.uni-rostock.de/soziologie/makrosoziologie/studentische-hilfskraefte-und-tutorinnen/robert-brumme/">Institutsseite</a>] und Autor des Buchs „<a href="http://www.amazon.de/Amok-Jugendlicher-Bildungseinrichtungen-Erkl%C3%A4rungsans%C3%A4tze-soziologischer/dp/3638893294/ref=sr_1_22?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1236947687&amp;sr=1-22">Amok &#8211; Amokläufe Jugendlicher an ihren Bildungseinrichtungen &#8211; Erklärungsansätze mit Hilfe soziologischer Theorien</a>&#8221; (2007, verlinkt zu amazon). Kontakt: <big>robert.brumme[at]homosociologicus.de.</big></em></p>
<p style="margin-bottom:0;" align="justify"><em><br />
</em></p>
<p><a name="sdfootnote1sym" href="#sdfootnote1anc">1</a> Zu einer genauen Klassifikationsdefinition der Gewalttat „Amoklauf&#8221; siehe: Adler, Lothar (2000): „Amok &#8211; eine Studie&#8221;, S. 50</p>
<p><a name="sdfootnote2sym" href="#sdfootnote2anc">2</a> Diese Liste ist mehr als ein Gedankenprotokoll der meistgenannten Gründe und Forderungen in der Öffentlichkeit nach Amokläufen in den letzten Jahre zu verstehen</p>
<p><a name="sdfootnote3sym" href="#sdfootnote3anc">3</a> Theisen, Manfred (2004): „Amoklauf an Schulen&#8221; | Adler, Lothar (2002): „Und dann ist er Rambo&#8221;, im Spiegel-Interview, online einzusehen unter: <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,194799,00.html">http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,194799,00.html</a></p>
<p><a name="sdfootnote4sym" href="#sdfootnote4anc">4</a> Wie bspw. die selbstgebauten (Rauch-)bomben von Bastian Bosse oder Erik Harris &amp; Dylan Klebold</p>
<p><a name="sdfootnote5sym" href="#sdfootnote5anc">5</a> Dies kann nur geschehen, wenn a) die Einbindung in das gesellschaftliche Gefüge gering ist (andere Lösungsmöglichkeiten also nicht erlernt wurden oder verdrängt werden können) und b) eine Fantasiewelt erschaffen wurde, in der diese Lösungsstrategie erfolgreich zur Anwendung gebracht werden können.</p>
<p><a name="sdfootnote6sym" href="#sdfootnote6anc">6</a> Bspw. Cho Seung-Hui, Pekka-Eric Auvinen, Bastian Bosse</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/homosociologicus.wordpress.com/1063/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/homosociologicus.wordpress.com/1063/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/homosociologicus.wordpress.com/1063/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/homosociologicus.wordpress.com/1063/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/homosociologicus.wordpress.com/1063/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/homosociologicus.wordpress.com/1063/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/homosociologicus.wordpress.com/1063/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/homosociologicus.wordpress.com/1063/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/homosociologicus.wordpress.com/1063/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/homosociologicus.wordpress.com/1063/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/homosociologicus.wordpress.com/1063/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/homosociologicus.wordpress.com/1063/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/homosociologicus.wordpress.com/1063/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/homosociologicus.wordpress.com/1063/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=homosociologicus.de&amp;blog=2259473&amp;post=1063&amp;subd=homosociologicus&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Ralph Dahrendorf über öffentliche Intellektuelle</title>
		<link>http://homosociologicus.de/2009/03/15/ralph-dahrendorf-uber-offentliche-intellektuelle/</link>
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		<pubDate>Sun, 15 Mar 2009 15:23:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[öffentliche Intellektuelle]]></category>
		<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Blogoshäre]]></category>
		<category><![CDATA[Ralph Dahrendorf]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[von Martin Booker Eben entdeckt, dass WELT ONLINE Ralph Dahrendorfs Rede zum 40. Jubiläum des Wissenschaftszentrums Berlin  am 18. Februar 2009 veröffentlicht hat. Dahrendorf spricht dabei über den Rückzug der Sozialwissenschaftler in ihre eigenen Welten und Bezugsgruppen seit den 60er Jahren, und über seinen Wunsch, dass der Typus &#8220;öffentliche/r Intellektuelle/r&#8221; wieder an Prominenz gewinnt: Das [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=homosociologicus.de&amp;blog=2259473&amp;post=1052&amp;subd=homosociologicus&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>von Martin Booker</em></p>
<p>Eben entdeckt, dass WELT ONLINE Ralph Dahrendorfs Rede zum 40. Jubiläum des Wissenschaftszentrums Berlin  am 18. Februar 2009 veröffentlicht hat. Dahrendorf spricht dabei über den Rückzug der Sozialwissenschaftler in ihre eigenen Welten und Bezugsgruppen seit den 60er Jahren, und über seinen Wunsch, dass der Typus &#8220;öffentliche/r Intellektuelle/r&#8221; wieder an Prominenz gewinnt:</p>
<blockquote><p>Das Wort &#8220;Wissenschaftler&#8221; bedarf dabei einer Korrektur: Sie sollten sich nämlich als Vermittler zwischen Wissenschaft und Praxis betätigen, also als öffentliche Intellektuelle. Dazu sind weniger die Fachzeitschriften als die allgemeinen Medien hilfreich. Vor allem aber müssen öffentliche Intellektuelle die Berührungsängste ablegen, die sie am öffentlichen Wirken hindern.</p></blockquote>
<p>Auf unser Anliegen übersetzt heisst dies: Mehr Wissenschaftler in die Blogosphäre! Weniger Elfenbeinturm und mehr zivilgesellschaftliches Engagement! Erkenntnisse gewinnen und die Öffentlichkeit an diesem Gewinn beteiligen!</p>
<p>Die kurze wie einsichtsvolle Rede gibt es <a href="http://www.welt.de/welt_print/article3224265/Diese-unwirkliche-Welt.html">auf dieser Seite</a> bei WELT ONLINE. Fast scheint mir, als hätte Dahrendorf bei uns abgeschrieben. <img src='http://s1.wp.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Dahrendorf selbst hat sich übrigens auch schon am Bloggen versucht: <a href="http://www.project-syndicate.org/contributor/77/1">Ralph Dahrendorfs Blog im Project Syndicate</a>.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/homosociologicus.wordpress.com/1052/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/homosociologicus.wordpress.com/1052/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/homosociologicus.wordpress.com/1052/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/homosociologicus.wordpress.com/1052/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/homosociologicus.wordpress.com/1052/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/homosociologicus.wordpress.com/1052/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/homosociologicus.wordpress.com/1052/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/homosociologicus.wordpress.com/1052/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/homosociologicus.wordpress.com/1052/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/homosociologicus.wordpress.com/1052/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/homosociologicus.wordpress.com/1052/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/homosociologicus.wordpress.com/1052/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/homosociologicus.wordpress.com/1052/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/homosociologicus.wordpress.com/1052/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=homosociologicus.de&amp;blog=2259473&amp;post=1052&amp;subd=homosociologicus&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Martin</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Soziologischer Sonntagsfilm: Jonathan Haidt &#8220;On Liberals and Conservatives&#8221;</title>
		<link>http://homosociologicus.de/2009/02/01/soziologischer-sonntagsfilm-jonathan-haidt-on-liberals-and-conservatives/</link>
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		<pubDate>Sat, 31 Jan 2009 23:48:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politische Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Video]]></category>
		<category><![CDATA[Jonathan Haidt]]></category>
		<category><![CDATA[Konservative]]></category>
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		<category><![CDATA[Moral]]></category>
		<category><![CDATA[politische Moral]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialpsychologie]]></category>

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		<description><![CDATA[von Martin Booker Es ist Zeit, eine altbewährte Serie wieder in Gang zu setzen: Unseren soziologischen Sonntagsfilm. Jeden Sonntag stellen wir ab nun wieder ein kleines soziologisch informiertes Filmchen vor. Diese Woche: Ein ca. 20 minütiger Vortrag des Sozialpsychologen Jonathan Haidt über Liberale und Konservative, ein kleines Lehrstück über Moralität im Allgemeinen, und der eigenen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=homosociologicus.de&amp;blog=2259473&amp;post=910&amp;subd=homosociologicus&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>von Martin Booker</em></p>
<p>Es ist Zeit, eine altbewährte Serie wieder in Gang zu setzen: Unseren soziologischen Sonntagsfilm. Jeden Sonntag stellen wir ab nun wieder ein kleines soziologisch informiertes Filmchen vor. Diese Woche: Ein ca. 20 minütiger Vortrag des Sozialpsychologen Jonathan Haidt über Liberale und Konservative, ein kleines Lehrstück über Moralität im Allgemeinen, und der eigenen Ausprägung im Besonderen.</p>
<p>Haidt ist vor allem für seine These der 5 Grundlagen von Moral bekannt, die auch in dem Vortrag eine prominente Rolle einnehmen. Er zeigt auf, wie die Wertschätzung von <em>Care, Fairness, Loyalty, Respect </em>und <em>Purity</em> unter Liberalen wie Konservativen unterschiedlich verteilt sind und erläutert, wie alle dieser Elemente einen wichtigen Beitrag zur Vergesellschaftung leisten.</p>
<p>Wer will, kann hier seine eigenen Moral einem kleinen Test unterziehen: <a href="http://www.yourmorals.org/">www.YourMorals.org</a>. Jonathan Haidts Institutshompage an der University of Virginia findet sich <a href="http://people.virginia.edu/~jdh6n/">hier</a>. Ein kleiner Wikipedia-Eintrag mit weiteren Links ist <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Jonathan_Haidt">hier</a>.</p>
<p>Haidt spricht etwas schnell, aber ansonsten sehr deutlich. 18:19 Minuten in englischer Sprache. Das Video auf googlevideos (mit Vollbildfunktion) findet sich <a href="http://video.google.de/videoplay?docid=-6457596384350927939">hier</a>.</p>
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		<title>Sonntagsfilm: User generated Content mit Larry Lessig</title>
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		<pubDate>Sun, 30 Nov 2008 01:29:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Spiess</dc:creator>
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		<description><![CDATA[von Stefan Spiess, Regensburg Larry Lessig [Blog, Profil] ist ein Aktivist im Bereich &#8220;Creative Commons&#8221; und Stanford Professor of Law und Gründer des Stanford Center for Internet and Society. Ich will nur in aller Kürze zusammenfassen, worum es in seinem knapp 20minütigen Vortrag geht. Er spricht davon, wie Konzepte von Eigentum mit der Zeit überholt [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=homosociologicus.de&amp;blog=2259473&amp;post=768&amp;subd=homosociologicus&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>von Stefan Spiess, Regensburg</em></p>
<p>Larry Lessig [<a href="http://www.lessig.org/blog/">Blog</a>, <a href="http://cyberlaw.stanford.edu/profile/lawrence-lessig">Profil</a>] ist ein Aktivist im Bereich &#8220;Creative Commons&#8221; und Stanford Professor of Law und Gründer des <a href="http://cyberlaw.stanford.edu/">Stanford Center for Internet and Society</a>. Ich will nur in aller Kürze zusammenfassen, worum es in seinem knapp 20minütigen Vortrag geht.</p>
<p>Er spricht davon, wie Konzepte von Eigentum mit der Zeit überholt werden können. Davon, wie sich Generationen unterscheiden, und wohl am soziologischsten überhaupt an seinem Vortrag: Davon, wie Kultur ausgehandelt wird, wie Kultur Kultur schafft und wie Gesellschaften sich darüber einigen müss(t)en, was legal ist, und was nicht. Common Sense ist selten im Jus zu finden, das sagt er selber. Meiner Meinung nach: Da ist er als Jurist eine angenehme Ausnahme.</p>
<p>[<a href="http://www.ted.com/index.php/talks/larry_lessig_says_the_law_is_strangling_creativity.html">Video Ansehen bei TED</a>]</p>
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