Ein Gastbeitrag von Robert Brumme, Rostock
Um es kurz zu machen: Eine Gesellschaft legt fest, was normal ist, und die Mitglieder orientieren sich bei ihren Handlungen und Entscheidung an dieser vorherrschenden Vorstellung von Normalität. So kaufen wir unsere Brötchen beim Bäcker und nicht beim Fleischer; bringen den kranken Partner in die Klinik und nicht zur Bank und natürlich gehen wir in die Schule um etwas zu lernen und nicht um Menschen zu erschießen.
Diese Normalitätsvorstellungen – also Ideen davon, was gemacht und gedacht werden darf und was nicht – sind bereits vor unserer Zeit in Form von gesellschaftlichem Wissen vorhanden und werden von uns angewandt, weiterverarbeitet und verändert [1]. Denn natürlich können sich diese Vorstellungen mit der Zeit auch wandeln. So kann es sein, dass wir früher mal unsere Brötchen beim Bauern nebenan gekauft haben, das wir Kranke in Zukunft zu einem chinesischem Heilpraktiker schicken oder dass die Schule jener Ort wird, an dem junge Männer ihre verloren geglaubte Ehre wieder herstellen können – und zwar indem sie möglichst viele Menschen töten.
Eine unvorstellbare These – die dennoch nicht ganz unbegründet zu sein scheint. Denn es gab mal eine Zeit, in der Amokläufe normal waren. Doch dazu später mehr. weiterlesen ‘Die Institutionalisierung von Amokläufen’

