Posts Tagged 'Soziologie'

Winterschlaf

homosociologicus.de befindet sich derzeit im Winterschlaf. Schade, denn mit unserem Essay-Wettbewerb im Sommer 2009 und der zunehmenden Anzahl an Gastautoren schien dieses Projekt langsam richtig Fahrt aufzunehmen. Es liegen weiterhin einige Pläne in den Schubladen, um den hs weiter voranzubringen. Allerdings ist das so eine Sache mit eigenfinanzierten PhDs. Leider bleibt mir kaum Zeit, um nebenbei noch eine non-profit Website zu unterhalten, so lohnenswert dieses Projekt auch sein mag.  Auch Stefan und das restliche Team ist im Moment sehr eingespannt. Dennoch, der hs wird wiederkommen, und zwar in gewohnter kritischer Frische, aber noch besser, noch vernetzter und noch professioneller. Wann dies der Fall sein wird, weiß im Moment allerdings niemand.

Wie der Müll Frieden schuf und die Soziologie den Zufall entdeckte

“Soziologie 2050 – Wie sieht die Soziologie der Zukunft aus?” Unter diesem Motto haben wir unsere Leser befragt und zur Teilnahme an einem Aufsatzwettbewerb aufgerufen. Jeden Montag veröffentlichen wir nun einen der Beiträge. Diese Woche: Marta Mysik sieht eine neue Eiszeit heranziehen, eine neue Müllkultur entstehen, und die Entdeckung des Zufalls durch die Soziologie.

Pinguin

Einsamer Tourist am Trafalgar Square 2050 / creative commons licence by mikehipp, some rights reserved

Einige KlimaforscherInnen stellten bereits Anfang des neuen Jahrtausends die These auf, dass die globale Klimaerwärmung ein Vorbote einer Eiszeit sein würde. Diese Prognose zeichnete sich dann in den zweitausenddreißiger Jahren als eine richtige ab und die Vereisung des europäischen Kontinents nahm ab da an einen rapiden Verlauf an. Das Eis breitete sich bis Mitteleuropa aus und drängte die gesamte Bevölkerung auf die Hälfte des Kontinents zusammen. Skandinavien, Großbritannien und der Norden der Kontinentalplatte waren unbewohnbar. Lediglich kleine Menschenmengen, die ihre Heimat nicht verlassen wollten, lebten unter erschwerten Bedingungen, oftmals getrennt von der Kontinentalbevölkerung, in den sogenannten „verlorenen Staaten“. Continue reading ‘Wie der Müll Frieden schuf und die Soziologie den Zufall entdeckte’

Soziologischer Sonntagsfilm: Karl Popper – Lasst Theorien sterben, nicht Menschen

von Martin Booker

“Lasst Theorien sterben, nicht Menschen!”, mit diesem Zitat Karl Raimund Poppers hat Uwe Zimmermann seinen Film über den Philosphen aus dem Jahr 1990 überschrieben. Er skizziert Leben und Werk, und spricht mit dem Großmeister der kritischen Philosophie.

Sir Karl Raimund Popper (1902 – 1994) [wiki] wurde vor allem durch seine Beiträge zu Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie, zur Sozial- und Geschichtsphilosophie sowie zur politischen Philosophie und zum kritischen Rationalismus berühmt. In der Soziologie gehört er zweifelsfrei zu den einflussreichsten Philosophen des 20. Jahrhunderts.

Der Film dauert insgesamt 42 Minuten und ist auf YouTube in 5 Teilen erhältlich. Leider ist ganz am Ende ein kleiner Teil abgeschnitten. Vielen Dank an kleineglocke für die Bereitstellung des Films. Zu den Videos: Continue reading ‘Soziologischer Sonntagsfilm: Karl Popper – Lasst Theorien sterben, nicht Menschen’

Soziologischer Wochenrückblick: Von Ameisen, Michael Jackson und erfolgreichem Toilettenmanagement

Ameise

Gestatten: Ameisensoziologin / creative commons licence by Neil Liddle, some rights reserved

von Martin Booker

Seinen 25. Geburtstag feierte in dieser Woche das Hamburger Institut für Sozialforschung (HIS), das einst von Jan Phillip Reemtsma ins Leben gerufen wurde. Dazu gratulierten z.B die Neue Zürcher und die WELT. Glückwünsche auch von dieser Stelle!

Endlich gibt es auch einen soziologischen Nachruf auf Michael Jackson. Sibylle Tönnies schreibt im Tagesspiegel über den “Lieblingsmenschen” Michael Jackson, und feiert ihn als Anwalt des Universalismus.

Eines der wichtigsten Betätigungsfelder für Soziologen ist das Klo-Management. Alexander Pinto, Mitorganisator der Ausstellung “Öffentliche Notdurft Hamburg” fordert im Spiegel: “Wir brauchen einen Klo-Masterplan!“.

Ameisen übernehmen die Weltherrschaft, so lernen wir von der BBC. Höchste Zeit für eine Weiterentwicklung der Ameisen-Soziologie! Bisher steckt sie noch im Stadium des Vulgär-Funktionalismus: “Einerseits fressen Waldameisen Forstschädlinge, andererseits dienen sie als Nahrungsgrundlage. Außerdem spielen sie bei der Verbreitung von Samen und der Belüftung des Bodens eine wichtige Rolle.” so die Schwäbische Zeitung in einem Veranstaltungshinweis zur “Biologie, Soziologie und Ökonomie der Waldameise”.

OECD Factbook eXplorer heisst ein neues online Angebot der OECD. Selten zuvor war Statistik anschaulicher. Can a statistics website really be exciting? Yes it can, behauptet die BBC.

Viel Spass beim Ausprobieren und ein schönes Wochenende wünscht homosociologicus.de!

Bühnen des Handelns im technologisierten 21. Jahrhundert. Die Soziologie als Theaterwissenschaft

Soziologie 2050 – Wie sieht die Soziologie der Zukunft aus? Wir haben unsere Leser gefragt und veröffentlichen nun jeden Montag einen Beitrag aus unserem Essay-Wettbewerb. Diese Woche: Sebastian Knecht untersucht neue Interaktionsformen, wie sie unser Leben verändern werden, und wie die Soziologie darauf reagieren wird.

Broken Robot Girl

Broken Robot Girl / creative commons licence by Tamar Levine and Rob Sheridan, some rights reserved

Als Erving Goffman seinen soziologischen Klassiker Wir alle spielen Theater – Die Selbstdarstellung im Alltag schrieb (Originaltitel: The presentation of self in everyday life [Goffman 1959]), war der erste Internetanschluss noch etwa 30 Jahre entfernt. Das Individuum schuf sich der Konzeption Goffmans zufolge in der realen Welt eine eigene, über die Wirklichkeit hinaus facettenreich ausgeschmückte Identität und strebte danach, sie sozialer Bestätigung zuzuführen: Am Strand, im Fahrstuhl, auf dem Abschlussball oder in der Selbsthilfegruppe. Der Mensch war kein bloßer Sklave gesellschaftlicher Werte und Normen, dem es einzig danach verlangte, die Erwartungen seiner Bezugsgruppen zu erfüllen, um Interaktion vorhersehbar und erwartbar zu machen. Das hat sich bis heute nicht geändert. Nie ist er nur bloßer Rollenspieler. Soziale Rollen bieten Platz für Interpretation und Ausgestaltung. Das Individuum ist Schauspieler und das Leben seine Bühne. Sei es die Tränendrüse, auf die man drückt, um in einer wichtigen Situation noch einmal geradeso davon zu kommen oder sei es übertriebenes Gerede vom allzu stressigen Arbeitsleben und im Alltag, um auf der Höhe, beschäftigt und wichtig zu wirken.

Das alles kann echt sein, muss es aber nicht: Continue reading ‘Bühnen des Handelns im technologisierten 21. Jahrhundert. Die Soziologie als Theaterwissenschaft’

Soziologischer Wochenrückblick: Von Religionsgründern, Krankenschwestern und vermeintlichen Rebellen

Calvin-Statue

It wasn't me! - Calvin versteinert in Genf / creative commons licence by keepps, some rights reserved

von Martin Booker

Die ablaufende Woche wartete mal wieder mit einigen Jahrestagen auf, die aus soziologischer Sicht von großer Bedeutung waren. Insbesondere Michel Foucaults 25. Todestag erinnert an eine große Lücke, die sich 1984 leider viel zu früh in der Soziologie, Philosophie, Linguistik, Psychologie und Geschichts- wissenschaft und überhaupt auftat. Johanna Schmeller würdigt den Meister der Diskursanalyse in der WELT: “Halten Sie mich für einen Anarchisten?” soll er einst Jürgen Habermas entgegengeschleudert haben.

Calvin hatte zwar mit Soziologie nichts am Hut, doch seine Prägung auf die Entwicklung der Moderne, insbesondere den Geist des Kapitalismus, ist seit Max Webers Aufsatz über die protestantische Ethik ein Dauerbrenner der Soziologie. Zum 500. Geburtstag rehabilitiert ihn der Tagesspiegel (ohne Autorennennung): “Der Krisenmanager“.

Ärzte heiraten keine Krankenschwestern mehr” – Eine etwas plumpe Überschrift für ein äußerst interessantes Interview mit dem Soziologen Markus Grabka zum Thema Ungleichheit. Vielleicht gab es im idealisierten Früher einfach zu wenig Ärztinnen, die Mann hätte heiraten können?

Kleidung zeigt, wo Du hingehörst.” erklärt der Soziologie Frithjof Hager den Lesern der Berliner Morgenpost. Ein schönes Beispiel, wie mit nur wenigen Zeilen einer breiteren Leserschaft eine soziologische Sichtweise vermittelt werden kann.

Der Soziologe Dr. Miguel Ángel Beltrán Villegas wurde am 22. Mai unter fadenscheinigen Gründen als angebliches Mitglied der Rebellenorganisation FARC festgenommen (wir berichteten). Viel Neues gibt es davon nicht zu erzählen, allerdings hat Neues Deutschland den Soziologen Andrej Holm interviewt, der 2007 unter ebenfalls fadenscheinigen Gründen in Berlin verhaftet wurde. Er äußerst sich zu dem aktuellen Ereignis und warum in seinem Fall die Ermittlungen immer noch andauern: “Die Einstellung wird hinausgezögert.

Ralf Dahrendorf ist gestorben

Ralph Dahrendorf

Ralf Dahrendorf im Jahr 2003 / creative commons licence by wikipedia - some rights reserved

von Martin Booker, Stefan Spiess und Christoph Brey

Gerade wollten wir uns an eine kleine Würdigung zu Jürgen Habermas’ 80. Geburtstag machen, als uns die traurige Nachricht ereilte, dass Lord Ralf Dahrendorf am Mittwoch Abend nach schwerer Krankheit gestorben ist. Erst vor wenigen Wochen hatte er seinen 80. Geburtstag unter Freunden in Oxford gefeiert, Habermas unter den Festrednern.

Dahrendorf [wiki] war einer der bedeutendsten Intellektuellen der deutschen Nachkriegszeit. Viele heutige Soziologen verdanken ihm und dem berühmten ‘Dahrendorf-Häuschen’, mit dem in zahlreichen Schulbüchern die soziale Schichtung der Bundesrepublik erklärt wird, ihren ersten Kontakt mit der Soziologie. Aber auch durch die Begriffsschöpfung des ‘homo sociologicus’, durch seine Beiträge zur Rollentheorie und Konfliksoziologie, sein intellektuelles und politisches Engagement, durch seine Tätigkeit als Staatssekretär und die Forcierung des BAFöG unter seiner Ägide, wirkte Dahrendorf wie kaum ein Anderer auf Soziologie und Gesellschaft zugleich.

Spätestens ab 1974, als Dahrendorf die Leitung der renommierten London School of Economics and Political Science übernahm, führte er eine deutsch-britische Doppelexistenz und erwuchs auf beiden Seiten der Nordsee zu einem geschätzten öffentlichen Intellektuellen. 1993 wurde er von der Queen ins House of Lords berufen und wählte den Titel Baron Dahrendorf of Clare Market in the City of Westminster - Zeugnis seines anglisierten Humors, denn Clare Market ist der geschätzte Parkplatz der LSE.

Dahrendorf plädierte stets für ein öffentliches Engagement von Wissenschaftlern und gegen die Elfenbeinturm-Mentalität, die sich in vielen Lagern breit gemacht hat. Seine Forderung wurde auch für uns wichtig, eine der Inspirationen für das Weblog homosociologicus.de, und ein Ansporn, uns, wenn auch in bescheidenerem Rahmen, öffentlich zu engagieren. Wiederholt wurden einige seiner Ideen hier ausführlich und teils kontrovers diskutiert.

Ralf Dahrendorf wurde 80 Jahre alt, blieb aber im Herzen immer 28, wie er erst kürzlich zu verstehen gab [WELT]. Mit ihm verliert die Welt einen großen und inspirierenden Soziologen, Politiker und Menschen.

Die abschließenden Worte gebühren Lord Anthony Giddens. Gegenüber der Badischen Zeitung, der Dahrendorf lange Jahre als Berater zur Verfügung stand, gab er zum Anlass von Dahrendorfs 80. Geburtstag einen Eindruck von Dahrendorfs Persönlichkeit:

Dahrendorf war ein Vorbild für mich an vielen Punkten meiner Laufbahn. Seine Bücher waren Munition für alle, die versuchten, aus der dominanten Sicht der damaligen Soziologie auszubrechen. Er hat es immer wieder geschafft, die politische Debatte jenseits der Akademiegrenzen zu beeinflussen. Als ich ihm in der LSE-Leitung folgte, gab er mir überaus nützlichen Rat. Er widerstand übrigens immer der Versuchung, eine “Schule” zu begründen, Ausdruck seines Liberalismus und seines Willens, jedes Dogma in Frage zu stellen.

Rest in Peace, Ralf Dahrendorf!

Stefan, Christoph und Martin

Soziologischer Wochenrückblick: Von B-Promis und Hooligans

Giddens

Der Lord hätte uns retten können... / creative commons licence by Policy Network - some rights reserved

von Martin Booker

Diese Woche sieht die Rückkehr eines Klassikers auf homosociologicus.de, einen Überblick über ausgewählte Zeitungs- und Blogartikel mit soziologischem Bezug. Jeden Freitag, so die Idee, wird es jetzt wieder ein paar Lesetipps fürs Wochenende geben. Diese Woche enthalten: B-Promis, Hooligans und ein englischer Lord.

Tony Blair

...doch Tony hat nicht auf ihn gehört / creative commons licence by Policy Network - some rights reserved

Anthony Giddens hat bereits 1997 eine stärkere Regulierung der Finanzmärkte gefordert. Warum haben Tony und Gordon nicht auf ihn gehört? “Anthony Giddens – das Sprachrohr der Mitte” am Mittwoch in Der Westen. Anlass, über Lord Giddens zu berichten, war die Vorstellung seines neues Buchs “The Politics of Climate Change”. Die entsprechende Presse- mitteilung der Stiftung Mercator findet sich hier.

Das Rezensionsforum Literaturkritik.de hat anlässlich Jürgen Habermas’ 80. Geburtstag am 18.06. Wissenschaftler und Intellektuelle gefragt, was sie an dem Philosophen am meisten schätzen. Einige der Antworten finden sich über diesen Link.

Waltraud Posch hat ein Buch über den Schönheitskult geschrieben – und Petra Gehring von der FAZ eine Rezension davon: „Projekt Körper. Wie der Kult um die Schönheit unser Leben prägt.” Die Glücksbilanz sei nie von Dauer, schlagzeilt das Blatt.

Was unterscheidet eigentlich einen A-Promi von einem B-Promi? Michael Eder von FAZ.Net ist der Frage nachgegangen – und hat sich dabei der Soziologie bedient.

«Zu viel Polizei schürt die Gewalt» sagt Ueli Mäder, Soziologie- Professor an der Uni Basel. Stefan Breitenmoser von Suedostschweiz.ch hat ihn zum Thema Hooliganismus befragt, und wie man am besten damit umgeht. Das Interview findet sich hier.

Ein schönes Wochenende wünscht homosociologicus.de!

Eine Soziologie, in der sich das Individuum wiedererkennt…

von Stefan Spiess

Gestern ist auf telepolis.de ein sehr interessantes Interview mit Walter van Rossum erschienen – “Fernsehen nur für vierstellige Bestechungshonorare“. Anlass dafür ist sein Buch “Die Tagesshow – Wie man in 15 Minuten die Welt unbegreiflich macht“.

Die Fragen und Antworten setzen sich damit auseinander, wie viel es kostet, Herrschaftswissen über die Medien umzusetzen, und mit dem, was van Rossum als den “Totalitarismus der Mitte” bezeichnet. Ich will hier nicht das ganze Interview zusammenfassen: Selbst lesen macht schlau. Allerdings finde ich eine Passage hervorhebenswert:

[Der Totalitarismus der Mitte] funktioniert über Zustimmung oder wenigstens fehlenden Einspruch. Das ist billiger und effizienter. Aber um diese Frage zu beantworten, reicht es nicht, irgendwelche Gruppen als Büttel des Kapitals zu identifizieren. Dazu bräuchte man eine Soziologie, in der das Individuum sich wiedererkennt. Um zu begreifen, was in der Gesellschaft vorgeht, muss ich begreifen, was in mir vorgeht.

Und ein Interview, in dem diese Passage vorkommt, muss eigentlich bei uns erwähnt und verlinkt werden.

Übersetzer gesucht. Sprachen: Deutsch, Akademisch

Katharina Kaiser unterzieht die wissenschaftliche Blogosphäre einer linguistischen Analyse.

Ralph Dahrendorf hat in seiner Rede zum 40. Geburtstags des WZB einen wichtigen Appell hervorgebracht, in dem er sagt, die Wissenschaft müsse der Öffentlichkeit nicht nur zugänglich gemacht, sondern deren dynamischer Austausch untereinander auch bewusst gefördert werden. Seiner Ansicht nach seien hier weniger die Fachzeitschriften als die allgemeinen Medien wichtig. Bei der Frage, wie die heutige Wissenschaft in Zeitung, Radio, Fernsehen und Internet mit der Öffentlichkeit kommuniziert, glaube ich auf eine Unerhörtheit gestoßen zu sein. Continue reading ‘Übersetzer gesucht. Sprachen: Deutsch, Akademisch’

Ralph Dahrendorf über öffentliche Intellektuelle

von Martin Booker

Eben entdeckt, dass WELT ONLINE Ralph Dahrendorfs Rede zum 40. Jubiläum des Wissenschaftszentrums Berlin  am 18. Februar 2009 veröffentlicht hat. Dahrendorf spricht dabei über den Rückzug der Sozialwissenschaftler in ihre eigenen Welten und Bezugsgruppen seit den 60er Jahren, und über seinen Wunsch, dass der Typus “öffentliche/r Intellektuelle/r” wieder an Prominenz gewinnt:

Das Wort “Wissenschaftler” bedarf dabei einer Korrektur: Sie sollten sich nämlich als Vermittler zwischen Wissenschaft und Praxis betätigen, also als öffentliche Intellektuelle. Dazu sind weniger die Fachzeitschriften als die allgemeinen Medien hilfreich. Vor allem aber müssen öffentliche Intellektuelle die Berührungsängste ablegen, die sie am öffentlichen Wirken hindern.

Auf unser Anliegen übersetzt heisst dies: Mehr Wissenschaftler in die Blogosphäre! Weniger Elfenbeinturm und mehr zivilgesellschaftliches Engagement! Erkenntnisse gewinnen und die Öffentlichkeit an diesem Gewinn beteiligen!

Die kurze wie einsichtsvolle Rede gibt es auf dieser Seite bei WELT ONLINE. Fast scheint mir, als hätte Dahrendorf bei uns abgeschrieben. ;-)

Dahrendorf selbst hat sich übrigens auch schon am Bloggen versucht: Ralph Dahrendorfs Blog im Project Syndicate.

Wer ist die Finanzkrise?

wolkenkratzer
Sturm über dem Finanzdistrikt von Vancouver / Stuck in Customs – flickr.com creative commons

von Martin Booker

Was die Finanzkrise ist, scheint nach Monaten der Medienpräsenz einigermaßen etabliert. Ihre Auslöser und Mechanismen sind benannt, ihre Wirkungsweise und Folgen absehbar. Wer steckt jedoch hinter der Krise? Wer hat die Mechanismen in Gang gesetzt und gefördert? Wo wurden die entscheidenden Hebel umgelegt, die in ihrem Zusammenwirken, in einem emergenten Prozess, wie mancher Soziologe dies gerne nennt, zur sogenannten Finanzkrise geführt haben? Julia Finch vom Guardian hat versucht, die 25 Protagonisten dieser Entwicklung zu identifizieren. Continue reading ‘Wer ist die Finanzkrise?’

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Willkommen! Auf dieser Seite verlassen Soziolog/inn/en den Elfenbeinturm und führen öffentliche Experimente mit soziologischen Gedanken, Konzepten und Sichtweisen durch.

I am a hard bloggin' scientist. Read the Manifesto.

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